Zwei Polizisten retteten Mann vor dem Erfrieren

Irene Binder und Manfred Holzbrecher fuhren alle Wege noch mal ab – und fanden schließlich 76-Jährigen.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:01
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Irene Binder und Manfred Holzbrecher konnten durch ihre engagierte Suche einem 76-jährigen Vermissten vermutlich das Leben retten.
Foto: Fritz Schiller

Stundenlang musste eine Frau aus der Gemeinde Göpfritz an der Wild am Dreikönigstag um ihren 76-jährigen Gatten, der an Demenz erkrankt ist, bangen. Er war am Nachmittag verschwunden. Die groß angelegte Suchaktion hatte Erfolg – völlig entkräftet und bei minus 3,5 Grad wurde er von den Polizeibeamten Irene Binder und Manfred Holzbrecher aus Schwarzenau gefunden, nachdem sie spontan noch einmal alle Weg absuchten. Der 76-Jährige schwebte zu diesem Zeitpunkt in akuter Lebensgefahr.

Die Gattin meldete am 6. Jänner um 19 Uhr bei der Polizeiinspektion Schwarzenau ihren Mann als abgängig. Der demente 76-Jährige sei gegen 15.30 Uhr mit dem Auto weggefahren, um Mist wegzubringen. Zurückgekommen sei der Mann aber nicht. Die Polizeibeamten veranlassten sofort über die Landesleitstelle eine Funkfahndung nach dem Pkw. Beamte aus Schwarzenau, Vitis, Groß Siegharts, Brunn/Wild und Horn suchten in der Dunkelheit alle Straßen und Wege ab, die der 76-Jährige öfter benützt.

Dabei entdeckten Irene Binder und Manfred Holzbrecher aus Schwarzenau gegen 21.20 Uhr den Mann auf einem abgelegenen Radweg. „Er saß im Bereich Schönfeld/Richtung Groß Siegharts im Wald. Er war völlig entkräftet, unterkühlt und sehr schmutzig“, berichten die beiden Polizisten. An den Händen wies der Mann leichte Verletzungen auf, vermutlich irrte der Abgängige einige Zeit im unwegsamen Waldstück umher, ehe er sich am Radweg dann hingesetzt hat. Zum Zeitpunkt seines Auffindens herrschten - 3,5 ° Grad – der Mann schwebte also in akuter Lebensgefahr.

Mit dem Streifenwagen brachten die Polizeibeamten den 76-Jährigen in die nächste Ortschaft. Hier wurde er sofort von einem Rettungsdienst übernommen, versorgt und ins Landesklinikum Waidhofen eingeliefert. Er konnte das Krankenhaus bald verlassen, ihm gehe es den Umständen entsprechend gut.

„Wir haben nur unseren Job gemacht“, sind sich die beiden Polizeibeamten Irene Binder und Manfred Holzbrecher, die sich nicht als „Lebensretter“ sehen wollen, einig. Obwohl beide davon ausgehen, dass der Pensionist die Nacht im Freien nicht überlebt hätte. „Natürlich waren wir erleichtert, als wir den Mann entdeckt haben.“ Binder und Holzbrecher fuhren bei ihrer Suche nach dem Mann den Waldweg zwei Mal ab. Das erste Mal ohne Erfolg. „Wir haben uns dann spontan entschieden, nochmals alle möglichen Wege abzufahren. Das brachte den Erfolg“, erzählt Holzbrecher.

Wo der Vermisste sein Auto abgestellt hat, wusste man zum Zeitpunkt seiner Auffindung nicht. Mittlerweile meldete sich ein Schönfelder bei der Polizeiinspektion Schwarzenau. „Er hat das Auto des 76-Jährigen am Georgenberg bei Groß Siegharts entdeckt. Somit ist alles geklärt“, sagt Irene Binder.