Abschied nach 35 Jahren von Arzt Konrad Ernstbrunner. Der Arzt Konrad Ernstbrunner aus Groß Gerungs geht in Pension. Er sprach mit der NÖN über Höhepunkte und neue Pläne.

Von Verena Schwarzinger und Markus Füxl. Erstellt am 11. Juni 2021 (03:16)
Am 26. Juni schließt das Ehepaar Ernstbrunner seine Praxis. Im Bild das Team mit Rosemarie Schwarzinger, Herta Pachtrog, die Ärzte Konrad und Ingrid Ernstbrunner sowie Hilda Ernstbrunner.
privat, privat

40 Jahre standen sie im Dienste der Menschen, Ende Juni treten die Allgemeinmediziner Konrad und Ingrid Ernstbrunner in den Ruhestand – ein Abschied mit vielen Emotionen.

Bereits 1983 kam Konrad Ernstbrunner gemeinsam mit seiner Frau Ingrid nach Groß Gerungs und eröffnete eine Praxis für Allgemeinmedizin. Ende Juni schließen sie mit großer Wehmut nach knapp 40 Jahren die Ordination und treten die wohlverdiente Pension an. „Ein Beruf musste es sein, in dem ich mit Menschen zu tun habe“, betont Ernstbrunner, der bereits zu Schulzeiten wusste, dass er für Menschen da sein, sie begleiten will.

Im Priesterseminar in Seitenstätten entwickelte sich dann der Wunsch des Traumberufs Arzt. Nach dem Studium in Wien folgten praktische Erfahrungen im Krankenhaus Zwettl und in der Psychiatrie Mauer bei Amstetten.

Die erste Ordination eröffneten die Ernstbunners dann 1983 in Groß Gerungs „Man musste über steile Stufen hoch in die Praxisräume, wir heizten mit Ölöfen. Heute undenkbar“, erzählen die beiden Ärzte im NÖN-Gespräch über die Anfangszeiten. Nach 15 Jahren übersiedelte die Praxis in die jetzigen Räumlichkeiten in der Schulgasse. „Nicht nur der Standort und die Logistik, sondern vor allem unser Beruf hat sich in den knapp 40 Jahren sehr stark verändert. Ich habe anfangs noch gynäkologische Untersuchungen durchgeführt. Heute hat sich die Medizin durch die vielfältigen diagnostischen Möglichkeiten, die Schnelligkeit und die Frequenz enorm weiterentwickelt“, meint Konrad Ernstbrunner. Stets bedacht, das „Angebot“ zu erweitern, wurden von Ingrid Ernstbrunner unter anderem Mutter-Kind-Gruppen, Homöopathie, Akupunktur oder auch Ernährungsmedizin angeboten.

Immer für die Patienten da . Als Hausarzt erlebe man zahlreiche emotionale Höhepunkte in der beruflichen Karriere, wie eine Hausgeburt, bei der Mutter und Kind wohlauf sind und alles ohne Komplikationen verläuft, aber auch tragische Schicksalsschläge müsse man leider hinnehmen. Konrad Ernstbrunner war in Groß Gerungs 35 Jahre Gemeindearzt und 15 Jahre Notarzt beim Samariterbund Groß Gerungs. „All die Jahre und auch heute noch brenne ich für den Beruf Hausarzt, bin mit Leidenschaft und Engagement dabei. Und das wird sich auch niemals ändern. Die Patienten sind zu Freunden geworden. Wir betreuen mittlerweile vier Generationen, gehen mit allen durch Höhen und Tiefen und leben emotional alles mit. Unser Team harmonisiert perfekt, wir sind seit Jahrzehnten ein tolles Gespann“, sagt Ernstbrunner.

Nachfolge soll bis Ende Juni geklärt sein. Am 26. Juni werden die Praxistüren geschlossen. Die Stelle soll aber erhalten bleiben, Mitte bis Ende Juni soll der Nachfolger von Ernstbrunner feststehen, sagt David Pollak, Leiter der Zwettler ÖGK auf NÖN-Nachfrage.

Pläne für die Pension von den Ernstbrunners stehen bereits jetzt fest: Zeit mit der Familie verbringen, Urlaube mit dem Wohnmobil, sportliche und kulturelle Hobbies ausleben, aber auch ab und an Kollegen in Niederösterreich vertreten. Die Medizin und vor allem Begegnungen mit Menschen werden auch in der Pension wichtig sein und bleiben.

Gemeindevertreter bedanken sich. ÖVP-Bürgermeister Maximilian Igelsböck hebt das Engagement des scheidenden Arztes hervor: „Ich darf unserem praktischen Arzt und langjährigen Gemeindearzt Konrad Ernstbrunner für sein hervorragendes Wirken einen ganz besonderen Dank entbieten. Ein Wirken, das immer geprägt war von höchster Kompetenz, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit. Danke auch für all sein Mitwirken in den verschiedenen gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen. Im Namen unserer Bevölkerung wünsche ich ihm für den bevorstehenden Ruhestand alles erdenklich Gute.“

Auch Peter Weber, der Obmann des ASBÖ Groß Gerungs, dankt dem Gruppenarzt Ernstbrunner: „Wir konnten stets auf seinen Rat und seine Unterstützung zählen, aber auch als Freund und Kamerad verbrachten wir viele lustige Stunden miteinander. Für deine Zukunft wünschen wir dir alles erdenklich Gute und Gesundheit. Erhalte dir deinen einzigartigen Humor, du bist bei uns jederzeit herzlich willkommen!“