Ausblick im Herz-Kreislauf-Zentrum ist durchaus positiv. Corona-Maßnahmen sind im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs aufwendig. Demnächst starten die Impfungen.

Von Karin Pollak. Erstellt am 14. Januar 2021 (05:56)
Fritz Weber, Geschäftsführer im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs, blickt auf ein turbulentes Jahr 2020 zurück. Coronabedingt gingen die Nächtigungen um 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück.
Herz-Kreislauf-Zentrum/Archiv

Mit „Angekommen in der neuen Realität“ beschreibt der Geschäftsführer des Herz-Kreislauf-Zentrums, Fritz Weber, die Herausforderungen, die Corona an ihn und seine Mitarbeiter im Vorjahr gestellt haben. Um 35 Prozent weniger Patienten wurden 2020 verzeichnet.

„Die Corona-Pandemie hat die ganze Welt auf eine bisher unvorstellbare Art und Weise verändert und wird es auch weiterhin tun. Auch in unserem Haus ist diese Entwicklung nicht spurlos vorübergegangen und fordert uns nach wie vor. Niemand von uns hätte sich noch vor einem Jahr vorstellen können, wie das Jahr 2020 laufen wird.“ blickt Fritz Weber zurück.

Neun Wochen geschlossen

Aufgrund der Entwicklungen um das Coronavirus musste das Rehabilitationszentrum ab 21.3.2020 per Verordnung geschlossen werden. Diese Sperre dauerte neun Wochen. „Ab Ende Mai war eine schrittweise Wiederinbetriebnahme möglich und wir konnten einen Rehabilitationsablauf ermöglichen, bei dem die Sicherheit und der Schutz der Patienten sowie der Mitarbeiter im Vordergrund steht“, ergänzt der Geschäftsführer. Durch die Möglichkeit der Kurzarbeit konnten alle Mitarbeiter weiterbeschäftigt und es mussten keine Arbeitsplätze abgebaut werden.

56.000 Nächtigungen

Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen und den Vorgaben der Sozialversicherungsträger können derzeit 180 Patienten betreut werden. Die Einschränkungen in der Belegung wirken sich jedoch auf das Nächtigungsergebnis aus. 2020 konnten 56.000 Nächtigungen erreicht werden, dies sind rund 2.500 Patienten und bedeutet einen Rückgang um ca. 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Zu- und Umbau trotz Corona

Zusätzlich zum sehr fordernden Umgang mit dem Coronavirus wurde der Zu- und Umbau im Therapie- und Administrationsbereich abgewickelt, wobei es kurz nach Baubeginn im Frühjahr zu einem dreimonatigen Baustopp kam. „Dieser Zubau ist mittlerweile größtenteils fertig gestellt, derzeit fehlt nur noch die sanitätsrechtliche Betriebsbewilligung“, gibt Weber bekannt. „Wenn ich gefragt werde, wie es läuft, ist meine Antwort: Angekommen in der neuen Realität!“ Ein umfassendes Hygienekonzept, laufende PCR-Testungen der Mitarbeiter, PCR-Test der Patienten, Tragen von Mund-Nase-Schutz, Abstandsregeln und viele weitere Maßnahmen prägen den Rehabilitationsalltag.

„Es ist unsere Aufgabe, die Patienten nach einem Akutereignis im Herz-Kreislauf-Bereich physisch und psychisch wieder in Form zu bringen. All diese Covid-19-Maßnahmen sind sehr aufwendig, aber Voraussetzung, dass die Rehabilitation weitgehend im normalen Umfang durchgeführt werden kann.“ betont Fritz Weber.

Vorschau auf 2021

„Wenn wir nach vorne blicken, dann müssen wir davon ausgehen, dass uns die derzeitigen Maßnahmen noch viele Monate begleiten werden. Wir tun das Möglichste, um die Rahmenbedingungen für eine stets sichere Reha zu schaffen und wieder zu normalen Abläufen zu kommen. Das Coronavirus wird uns aber weiterhin stark fordern.“ In der Berücksichtigung, wer rasch geimpft werden kann, sind nach den Alten- und Pflegeheimen und den Krankenhäusern die Rehabilitationszentren als wichtiger Teil der Gesundheitsversorgung weit vorne gelistet.

Aktuell wird die Impfbereitschaft erhoben und für alle Mitarbeiter, die sich impfen lassen wollen, wird es sehr bald die Möglichkeit dazu geben. „Es wird auch in der Zukunft wieder neue Fragezeichen und auch viele weitere Veränderungen geben. Dafür haben wir ein tolles Mitarbeiter-Team. Gerade besondere Zeiten wie diese verlangen auch nach besonderen Mitarbeitern, denn nur ein agiles Unternehmen kann sich schnell an neue Herausforderungen anpassen.“

Kapelle wird geweiht

Als Erinnerung an die schwierige Zeit und aus Dankbarkeit der Wiedereröffnung haben die Mitarbeiter ein besonderes Zeichen gesetzt. Sie bauten im vergangenen Jahr am Areal des Herz-Kreislauf-Zentrums Groß Gerungs eine Kapelle (die NÖN berichtete). Diese wird im Frühjahr zu Ehren der „Heiligen Corona“ geweiht werden. Der genaue Termin steht noch nicht fest.