Buch veröffentlicht: „Hat viel Freude gemacht“. Pauline Hirsch aus Groß Gerungs erzählt aus ihrer Jugend und erfüllt sich damit einen lange gehegten Wunsch.

Von Adelheid Kamin. Erstellt am 23. Oktober 2020 (04:17)
Pauline Hirsch veröffentlichte ein Buch über ihre Jugend.
F: Kamin

Pauline Hirsch veröffentlichte kürzlich ihr erstes Buch mit dem Titel „Meine frühen Jahre“. Im Gespräch mit der NÖN erzählte sie, wie sie zur Schriftstellerei kam.

Pauline Hirsch, geborene Haller, ist mit drei Geschwistern auf einem Bauernhof in Geras aufgewachsen. Sie unterrichtete in Groß Gerungs. Nach der Eheschließung übernahm sie mit ihrem Gatten das Gasthaus seiner Eltern, das sie bis zur Pension führten. Mittlerweile wird es von Sohn Rudi Hirsch geleitet.

„Mein langjähriger Therapeut und Freund hat mich in einer Therapiestunde einmal gefragt, wovon ich als junges Mädchen geträumt habe, was ich gerne machen würde? Darauf habe ich ihm geantwortet, ich habe immer davon geträumt einmal Schriftstellerin zu werden“, erzählt Hirsch. Auf diese Aussage erhielt sie die Antwort, doch zu schreiben. „Ich bin von der Therapie heimgefahren, und als die letzten Gäste weg waren, habe ich mich hingesetzt und mit dem Schreiben begonnen“, berichtet Hirsch.

Worte flossen, ohne nachzudenken

Sofort sei klar gewesen, dass sie über ihre Kinder- und Jugendzeit schreiben wollte und auch, dass es in Form von „Geschichterl“ sein sollte. „Nachzudenken brauchte ich keine Minute darüber, was und wie ich schreiben sollte. Es war einfach vorhanden und es hat mir sehr viel Freude gemacht“, meint Hirsch.

In Erster Linie wollte sie für ihre Kinder und Enkelkinder schreiben und ihnen die Zeit, in der sie aufwuchs, näherbringen. Auch Hirschs Liebe zur Natur fand Eingang in die Texte. Zudem widmet sich ein längeres Kapitel ihren fünf Internatsjahren in Sitzenberg, die eine sehr prägende Zeit gewesen seien.

Geschichten bei den Enkeln beliebt

Besonders erfreut ist Hirsch darüber, dass ihre Enkelkinder die „Omageschichten“ lieben. Eine Veröffentlichung war ursprünglich nicht geplant, wie Hirsch erwähnt: „Ich hatte schon immer im Hinterkopf, dass es mir gefallen würde, die Geschichten zu veröffentlichen, ernsthaft daran gedacht habe ich aber nicht. Das hat sich heuer ergeben, als mein Sohn Markus sein zweites Buch herausgebracht hat. Da habe ich mir gedacht, ich könnte es versuchen und die Texte an den Verlag schicken.“

Dem Verleger gefielen die Texte. Er habe angerufen und gesagt, dass er sie gerne veröffentlichen würde. „Da war die Freude bei mir schon sehr groß“, erinnert sich die Autorin. Leid tut ihr jedoch, dass aufgrund der Pandemie alle ihre Lesungen abgesagt werden mussten.

Hirschs einfühlsame Geschichten bestechen durch Authentizität und Wortwitz und sind gleichzeitig ein wertvolles Dokument der Nachkriegszeit.