Erntegespräch: Initiative bringt Austausch. Bauernvertreter trafen sich zum direkten Gespräch. Lebensmittelsicherheit war großes Thema.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 31. Juli 2020 (17:07)
Die Orts- und Gemeindebauernratsobleute vom Teilbezirk Groß Gerungs mit Landwirtschaftskammer-Vizepräsidentin Andrea Wagner, Teilbezirksobmann Josef Maurer und Kammerrat Martin Frühwirth beim Erntegespräch.
privat

„Der Bauernbund, das sind wir alle.“ So begrüßte Obmann Josef Maurer die anwesenden Orts- und Gemeindebauernratsobmänner des Teilbezirkes Groß Gerungs zum Erntegespräch.

Das Gespräch fand am Betrieb Maurer statt, und der Obmann lud anlässlich seines 50. Geburtstages im Anschluss zu einer Jause. Die Erntegespräche im Sommer 2020 sind eine erstmalige landesweite Initiative des NÖ Bauernbunds, um den Austausch innerhalb der Bauernschaft zu stärken und gerade den neu gewählten Funktionären in den Kammervertretungen auch in Corona-Zeiten die Möglichkeit von direkten Gesprächen zu geben.

„Ja, die Arbeit in der Landwirtschaft ging weiter, aber wegen Corona sind wir länger nicht zusammengekommen. Mit den Erntegesprächen können wir uns wieder über aktuelle Themen austauschen“, so Kammerobmannstellvertreter Maurer zur neuen Aktion des Bauernbunds. Großes Thema war die Lebensmittelsicherheit, und mit ihr die Herkunftskennzeichnung, neben dem Klimawandel und der Dürreperiode im Frühjahr. In Niederösterreich werden Milch, Fleisch, Getreide und Gemüse in bester Qualität und ausreichender Menge produziert. „Das zeigt, dass Lebensmittelimporte widersinnig sind. Sie zerstören nur das Klima mit hohen Transportemissionen und gefährden die Existenzgrundlage der 38.000 niederösterreichischen Betriebe“, legt Landwirtschaftskammer-Vizepräsidentin Andrea Wagner dar, wie sich Importe aus Drittstaaten auf die heimische Landwirtschaft auswirken.

Die heimischen Bauern brauchen die Konsumenten, den Lebensmittelhandel sowie die öffentliche Hand als Partner in der Lebensmittelversorgung. Qualität muss dabei nicht teuer sein, Direktvermarkter und Ab-Hof-Verkaufsstellen bieten Lebensmittel zu einem fairen Preis. Wagner dazu: „Jede Kaufentscheidung ist ein Produktionsauftrag, will man die Existenz der Landwirtschaft im ländlichen Raum sichern, braucht es auch einen nationalen Schulterschluss für unsere Bauern.“