Groß Gerungs: Falscher Polizist wollte 72.000 Euro. 72.000 Euro, oder Angehörige gehen ins Gefängnis: Mit dieser Masche wollte ein Betrüger einen 63-Jährigen aus Groß Gerungs abzocken. Der Mann stand schon in der Bank und wollte das Geld abheben - bis ein Bankbeamter misstrauisch wurde.

Von Red. Zwettl. Erstellt am 16. Oktober 2020 (06:29)
Der Mann glaubte dem Anrufer...
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Ein gutgläubiger 63-Jähriger aus der Gemeinde Groß Gerungs fiel fast auf einen Trickbetrüger herein. Der Mann erhielt am 15. Oktober gegen 11.45 Uhr einen Anruf mit unterdrückter Nummer - zuerst auf seinem Festnetztelefon, später auf sein Mobiltelefon. Der Anrufer sprach in dialektfreiem Deutsch und gab an, dass er von der Polizei sei. Er gab an, dass Angehörige des Mannes einen Verkehrsunfall gehabt hätten. Der Gerungser solle nun 72.000 Euro bezahlen, da die Angehörigen sonst eingesperrt werden.

Da der 63-Jährige das Bargeld nicht zu Hause hatte, gab er an, es von der Bank holen zu müssen. Der Anrufer teilte ihm mit, dass er dort aufgrund des Amtsgeheimnisses nichts von dem Unfall sagen darf. Er solle einfach angeben, dass er eine größere Anschaffung tätigen wolle. Die Abholung des Geldes wurde mit 14 Uhr vereinbart.

Betrug flog erst in der Bank auf

Der Mann glaubte dem Anrufer und begab sich zur Bank. Dort wurde ein Bankbeamter misstrauisch und schickte den 63-Jährigen zur Polizei. Es folgte eine Anzeige und Fahndungsmaßnahmen, vorerst ergebnislos. Bezirkspolizeikommandant Rudolf Mader warnt, dass sich solche und ähnliche Vorfälle im Bezirk häufen.

Man solle solchen Aufforderungen auf keinen Fall Folge leisten: "Kein seriöser Mensch und keine seriöse Institution verlangt per Telefon Geldtransaktionen." Die Opfer sind meistens ältere Menschen. Mader bittet daher Angehörige und Freunde älterer Menschen, sie auf diese Gefahren aufmerksam zu machen.