Familie Nikolaus: Vier Generationen besuchen Kinder. Grete Raab gab nach ihrem Sohn den Nikolaus. Nun sind schon ihre Urenkel dabei.

Von Adelheid Kamin. Erstellt am 02. Dezember 2020 (05:06)
Vier Generationen der Raab-Familie versammelten sich als Nikolaus, Krampus und Engerl. Im Bild: Philipp, Sophie, Grete und Hermann Raab.
privat

Hermann Raab und Helmut Krammer waren in jungen Jahren in Groß Gerungs als Krampus und Nikolaus unterwegs. Als Helmut im Jahr 1996 Groß Gerungs verließ, stand man ohne Nikolaus da. Grete Raab, die Mutter von Hermann, meinte damals, „ich würde es machen, wenn ihr mit einer Nikoläusin zufrieden seid.“

Sie wurde ohne Wenn und Aber sofort akzeptiert. Für sie war es wichtig, dass der Brauch nicht in Vergessenheit gerät, hatte sie doch selbst und ihre Kinder schöne Erinnerungen daran. Außerdem gab es zu dieser Zeit viele Kinder in Groß Gerungs, die im Alter ihrer Enkelkinder waren.

Neben den Kindern wurden und werden auch jedes Jahr die Kurgäste überrascht. Das war immer sehr anstrengend, denn im Kurhaus mussten 200 und mehr Gäste beschenkt werden. Da ist es dann einmal passiert, dass das Engerl nach dem Austeilen der Packerl vor Müdigkeit sitzend eingeschlafen ist.

Später kam Enkel Philipp als zweiter Krampus und die Urenkerl Analena und Sophie als Engerl dazu. 2018 hat Tochter Renate ihre Mutter als Nikolaus abgelöst. Grete Raab hat alles genau in einem Buch aufgezeichnet; wen sie besuchten, wie viele Personen anwesend waren, und welche Kinder sie ermahnen oder loben musste.

Sogar welches Wetter am Nikolaustag herrschte, hat sie vermerkt. So schrieb sie 2000 „es gibt noch keinen Schnee und es ist überhaupt nicht winterlich“, oder etwa 2013 „es stürmt und schneit bei minus 5 Grad“. Sie weiß viele heitere Episoden aus dieser Zeit zu erzählen, die sie auch aufgeschrieben hat. Ihr Buch ist ein wahres Zeitdokument.

Nikolauskostüm wurde selbst genäht

Als sie einmal Kinder fragte, ob sie ein Gebet wüssten, gaben ihr diese zur Antwort: „Beten können wir nicht, aber singen“ und stimmten sogleich ein Lied an, wobei der Jüngste unter ihnen mit solcher Inbrunst sang, dass sie schmunzeln musste, als sie die Geschichte im Gespräch mit der NÖN erzählte.

Familie Raab steht so seit vier Generationen im Dienste von Krampus und Nikolaus. Grete Raab hat 21 Jahre den Nikolaus gegeben und möchte keine Stunde davon missen. Bemerkenswert ist auch, dass das Nikolauskostüm noch von Gretes Mutter genäht wurde, und die restliche Ausstattung von Maske bis Kleidchen für die Engerl von Grete hergestellt wurden.

Heuer bleiben Nikolaus und Krampus zu Hause und die Kurgäste müssen leider auf die nette Überraschung verzichten.

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