Gerichtsprozess: Sprengfalle ging in Kinderhand los

Altbauer (74) aus Groß Gerungs wurde von dem Vorwurf, mit Wühlmausschussfalle einen elfjährigen Buben fahrlässig verletzt zu haben, freigesprochen.

Erstellt am 15. Januar 2022 | 05:25
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Der Elfjährige erlitt eine schwere Handverletzung.
Foto: Symbolfoto: Shutterstock/Tharnapoom Voranavin

„Wir sind über die Wiese gegangen, weil wir zu unserem Geheimversteck im Wald wollten. Dann haben wir einen roten Pflock, der in der Erde steckte, bemerkt“, schilderte der zehnjährige Bub aus dem Bezirk Zwettl im Zeugenstand. Neugierig geworden, habe sein elfjähriger Freund in der Stadtgemeinde Groß Gerungs das Ding, das neben dem Pflock in der Erde steckte, unter die Lupe nehmen wollen, es ausgebuddelt und abgelegt.

Man habe keinem von dem Fund erzählt und am nächsten Tag geschaut, wie das Ding funktioniert. Dabei sei es dann in der Hand vom Freund explodiert, schilderte der Zehnjährige. Das elfjährige Opfer erlitt eine schwere Handverletzung, die zum Glück nach einem Sachverständigengutachten keine Dauerfolgen nach sich ziehen wird.

„Ich wollte nicht, dass es eine Maus erwischt“, sagte das Opfer und gab damit zu, dass er das „Ding“ als Falle erkannt hat und bekannte: „Ich hätte damit nicht hantieren dürfen“.

Er setze seit über 20 Jahren Fallen gegen Wühlmäuse. Immer ordnungsgemäß. Es führe auch kein öffentlicher Weg zu der Wiese, fühlte sich der Altbauer nicht schuld. Der 74-Jährigen wurde letztlich vom Vorwurf der Gefährdung von Menschenleben und der fahrlässigen Körperverletzung freigesprochen (nicht rechtskräftig). Die Opfervertreterin wurde mit ihren Forderungen auf den Zivilrechtsweg verwiesen.