Tourismusbilanz: 31.870 Nächte weniger. Teilweise große Rückgänge an Touristen wurden 2020 in Groß Gerungs verzeichnet. Der Sommer verlief jedoch in Anbetracht der Coronapandemie sehr gut.

Von Karin Pollak. Erstellt am 06. Februar 2021 (05:01)
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Seekrank könnte man werden, wenn man die Tourismus-Statistik für 2020, die die Stadtgemeinde Groß Gerungs erstellt hat, ansieht. Schuld an diesem extremen Ab und Auf ist die Coronapandemie. Zum „Schönreden“ gibt es nichts, muss man bei diesem Rückblick auch nicht. Optimistisch in die Zukunft blicken, das ist angesagt. Das tut die für Tourismus zuständige Stadträtin Liane Schuster. „Wir haben im Vorjahr um 32,7 Prozent weniger Nächtigungen verzeichnet als 2019. Das ist schlimm. Aber der Sommer war gar nicht so schlecht.“

NOEN

Alleine im größten Beherbergungsbetrieb der Gemeinde wurde im Vorjahr ein minus von fast 36 Prozent gegenüber 2019 eingefahren. Auch das sei Corona und dem ersten Lockdown mit der wochenlangen Schließung sowie den folgenden Beschränkungen geschuldet.

Neun Wochen sei das Herz-Kreislaufzentrum im Vorjahr geschlossen gewesen, erst ab Ende Mai eine schrittweise Wiederinbetriebnahme möglich gewesen betonte Geschäftsführer Fritz Weber. Derzeit können im Haus 180 Patienten betreut werden. „Diese Einschränkungen in der Belegung wirken sich natürlich auf das Nächtigungsergebnis aus. Mit 56.000 Nächtigungen und rund 2.500 Patienten verzeichnen wir einen Rückgang von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, so Weber.

Es gibt aber durchaus Positives in dieser Statistik: „Bei den Privatzimmern war die Buchungslage sehr gut. Hier verzeichnen wir ein Plus von knapp 20 Prozent. Vor allem im Sommer habe auch Groß Gerungs vom Trend zum Österreich-Urlaub profitiert. Der Campingplatz beim Gasthaus Einfalt in Kleinwetzles war sehr gut ausgelastet“, betont Stadträtin Schuster.

Gute Auslastung am Campingplatz

Das bestätigt auch Christina Lindorfer, die gemeinsam mit Christoph Einfalt den Gasthof samt Campingplatz bereits in der fünften Generation führt. „Das Campen war sehr gefragt. Als es möglich war, waren wir ziemlich ausgelastet“, betont Lindorfer.

Für heuer gebe es bereits ein paar Anfragen, aber der Großteil der Camper würde noch mit einer Buchung zuwarten. „Heuer werden wir einen neuen Spielplatz errichten, dieser steht den kleinen Campern und auch den Kindern, die in unseren Gasthof kommen, zur Verfügung“, verrät Lindorfer.