Umfahrung: Wogen gehen hoch. Bürgerinitiative befürchtet, dass aufgrund einer Änderung des Raumordnungsprogramms Thema wieder aktuell ist.

Von Brigitte Lassmann-Moser. Erstellt am 01. August 2018 (08:04)
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Stefan Penz, Franz Hahn, Andreas Schöllbauer, Hannes Atteneder, Ludwig Wagner, Herbert Traxler und Ewald Faltin von der Bürgerinitiative machen gegen eine mögliche Umfahrung mobil.

In Groß Gerungs kocht das Thema Nordumfahrung wieder hoch. Bereits vor vier Jahren gab es heftige Proteste, jetzt fürchtet die Bürgerinitiative gegen Transitverkehr auf der B 38, dass das Thema Umfahrung wieder aktuell ist, nachdem der Raumordnungsplan geändert werden soll. Für Bürgermeister Maximilian Igelsböck wird hier etwas zum Thema gemacht, das gar kein Thema ist.

Über 500 Unterschriften gesammelt

Ende 2013 wurde die fertige Planung einer Nordumfahrungs-Trasse als lokale Lösung für die Zukunft vorgestellt und sollte als Freihaltefläche für Verkehrs-Trassen im Raumordnungsplan festgeschrieben werden. Eine Bürgerinitiative fürchtete, dass die fertig beschlossene Trasse als Einladung für Durchzugsstraßenplanung verstanden wird. Es wurden über 500 Unterschriften gesammelt, der Gemeinderat stellte das Planungsverfahren ein.

Jetzt sollen laut Kundmachung eben diese Freihaltflächen vom Gemeinderat am 20. August beschlossen werden. Bei der Bürgerinitiative läuten die Alarmglocken, und sie hat für Samstag, 4. August, um 20 Uhr zu einem Informations- und Diskussionsabend ins Gasthaus Hirsch (Traxler) eingeladen, wo viele brisante Fragen angesprochen werden sollen, vor allem, ob eine Umfahrung von Groß Gerungs überhaupt gebraucht und gewollt wird.

Bürgermeister Maximilian Igelsböck (ÖVP) findet die Vorgangsweise der Bürgerinitiative „unfair und undemokratisch“, weil ohne Rücksprache zu einem Informationsabend eingeladen wird. Und er stellt klar: „Es gibt keine Umfahrung Groß Gerungs und es ist derzeit auch keine angedacht! Es geht uns lediglich darum, Freihalteflächen zu schaffen, sollte in den nächsten Jahrzehnten eine Umfahrung notwendig werden!“ Derzeit besteht so eine Notwendigkeit nicht, es gäbe auch keine diesbezügliche Initiative.

FPÖ fordert eine Bürgerbefragung

Igelsböck ärgert sich, dass sehr viele Falschinformationen in diesem Zusammenhang verbreitet werden. Leider können weder er noch der Vizebürgermeister aufgrund anderer Verpflichtungen am Info-Abend teilnehmen. „Deshalb laden wir zwei Tage vor der Veranstaltung alle Initiatoren ein, um mit ihnen mit Plänen und Unterlagen sachlich zu diskutieren.“

Unterstützung findet die Bürgerinitiative übrigens bei der örtlichen FPÖ, deren Gemeinderat Ewald Faltin setzt sich für eine Bürgerbefragung ein. Er steht einer Umfahrung neutral gegenüber, will dass die Bevölkerung entscheidet. „Es soll vernünftig und demokratisch darüber diskutiert werden!“