Ärger bei Übergabe von Spenden. Spendenübergabe für Witwe endete in Großgöttfritz mit Einsatz der Polizei. Organisator ist wütend.

Von Markus Füxl und Franz Pfeffer. Erstellt am 30. September 2020 (06:00)
Nach dem NÖN-Fototermin rief ein Nachbar die Polizei. Er ortete fälschlicherweise eine Corona-Party. Im Bild: Peter Jordan, Leo Scheikl, Obmann SCU-Renz-Kottes Peter Auer und Manfred Bernleitner, Andrea Wagner, Stephan Fichtinger, Organisator Willibald Stöcklhuber, Steffi Höbart, Daniela Redl, Christian Honeder, Gerda Honeder, Julian Honeder und Obmann MSC Grafenschlag Benjamin Honeder (von links).
Franz Pfeffer

Nach dem Schock über den plötzlichen Tod ihres Gatten hätte es ein schöner Tag für Daniela Redl aus Frankenreith werden sollen: Der Benefizverein Waldhausen organisierte eine Spendenübergabe am 25. September in Großgöttfritz. Doch der Tag endete mit einem Einsatz der Polizei.

Über 3.500 Euro zusammengetragen

Insgesamt hatte der Benefizverein Waldhausen über 3.500 Euro für die Familie zusammengetragen: Je 1.000 Euro trug Organisator Willibald Stöcklhuber und Stephan Fichtinger in Form von Sparbüchern für die beiden Kinder zusammen. Weiters spendeten in Form eines Gutscheines der MSC (Motorsport-Club Grafenschlag) 500 Euro aus dem Reinerlös von der Veranstaltung Silvesterpfad, die Firma Christian Honeder, Dachdecker und Spenglerei aus Grafenschlag 555 Euro durch eine Kranvorführung am Firmengelände, der SCU (Sportclub-Union-Renz-Kottes), 500 Euro Einnahmen von der Veranstaltung Entenlauf. Nach den Übergaben lud Andrea Wagner vom Kaufhaus Nah und Frisch die Helfer zu einem kurzen Umtrunk in ihr Geschäft: „Ich hatte schon zugesperrt, wir standen zu zehnt mit Abstand und Masken beisammen“, erzählt sie.

Corona-Party, die keine war

Ein Nachbar verständigte die Polizei und beschwerte sich über eine angebliche „Corona-Party“. Eine Streife kontrollierte die kleine Runde – ohne weitere Beanstandungen. Für die Spender und die Witwe war der Polizeieinsatz ein Schock: „Wir waren baff, ich musste die weinende Frau Redl trösten“, erzählt Wagner.

Auch bei Organisator Willibald Stöcklhuber ist der Ärger groß: „Da reißt man sich einen Haxen aus um zu helfen und Geld zu spenden und dann so etwas.“

„Gehören alle angezeigt!“

Als die Polizei da war, habe der Anrufer die Spender weiter beschimpft: „Er meinte: Die gehören alle angezeigt, die saufen ja nur den ganzen Tag. Dann hat er noch tiefere Wörter verwendet“, sagt Andrea Wagner. Willibald Stöcklhuber ergänzt: „Das ist erlogen und erstunken und grenzt an Rufschädigung. Wir standen kurz beisammen, jeder hat ein Getränk getrunken, darunter Bier, Kaffee und Cola. Wir waren schon beim Austrinken, als plötzlich die Tür aufging und die Polizei da war.“

Laut Angaben von Stöcklhuber und Wagner verlangte der Anrufer auch, dass ein Alkotest durchgeführt werden solle. So weit kam es nicht, die Beamten nahmen die Daten auf und schickten einen Bericht an die Bezirkshauptmannschaft.

Konsequenzen unwahrscheinlich

Dort sagt Bezirkshauptmann Michael Widermann: „Der Bericht wird aktuell geprüft.“ Folgen für die Hilfsgemeinschaft sind aber sehr unwahrscheinlich: „Es war ja keine Ausschank, sondern einfach nur eine Spendenübergabe. Die Leute hielten Abstand und trugen Mundschutz“, sagt Widermann.

Der Anrufer bei der Polizei ist schon „amtsbekannt“, heißt es aus der BH: „Er ist bereits durch weitere Animositäten aufgefallen...“