Gelungenes Kabarett mit "Lauda gegen Prüller". In seinem Programm „Heimvorteil“ spricht Parodist Alex Kristan mit den Stimmen österreichischer Promis.

Von Markus Füxl. Erstellt am 23. September 2017 (05:55)
NOEN, Markus Füxl
Kabarettist Alex Kristan (Mitte) bespaßte geschäftsführenden Gemeinderat Reinhard Poppinger und Bürgermeister Karl Elsigan.

Beim Döller- Wirten in Großhaselbach gab es prominenten Besuch. Herbert Prohaska, Niki Lauda und sogar Arnold Schwarzenegger trafen sich am 15. September im Döller-Stadl. Sie alle wurden vom Kabarettisten und Stimmenwunder Alex Kristan in seinem Stück „Heimvorteil. Die ungebügelte Wahrheit“ verkörpert.

Vor vollem Saal gab Kristan sein fulminantes Programm zum Besten. Er nahm die Besucher mit auf eine Tour durch sein Leben. So schilderte er bedrohliche Szenen im Kellerabteil seiner Wohnung, in der sich ein Mafia-Pate niedergelassen hatte. Auslöser für ein verwirrendes Streitgespräch war ein verschimmelter Käse. So war es dem „Don“ ein Rätsel, wie Kristan den berüchtigten Gorgonzola reinlegen konnte. Noch absurder wurde es, als der Luftbefeuchter die Wohnung in einen Dschungel verwandelte und die Pflanzen die Haustiere fraßen.

Sein schauspielerisches Talent zeigte Kristan in einer etwas realistischeren Szene: Nach einem Saufgelage findet er sich am Frühstückstisch mit seiner Ehefrau Elke wieder. Während diese „wie eine Kobra“ darauf wartet, dass sich ihr Mann verplappert, versucht dieser nur, geplagt vom Restalkohol, den Vormittag zu überleben.

23 Stimmen in einer Person

Die Stimmen von insgesamt 23 Prominenten aus Sport, Politik sowie Film und Musik stecken in der Kehle des 45-jährigen Parodisten. So konnte es schnell vorkommen, dass Jogi Löw, Niki Lauda und Heinz Prüller in einem Shuttle nach Spielberg sitzen und über den Weg dorthin streiten.

Ein Höhepunkt des Programms war das Aufeinandertreffen österreichischer Fußballlegenden bei einem Abendessen. Weil Kristans Frau und Chefin einer Promi-Agentur in einer Therme war, musste er kurzfristig Toni Polster, Herbert Prohaska, Andreas Herzog und Hans Krankl bewirten. Daraus entwickelte sich ein philosophisches Gespräch über Pizzabeläge, vegetarische Dildos und suizidale Lichtesser, bei dem kein Auge trocken blieb. Wie weit sich die phantastischen Erzählungen mit Kristans Leben decken, blieb an diesem Abend dahingestellt.

„Es ist nicht viel erfunden“, merkte Kristan an einer Stelle schmunzelnd an. Man wollte es ihm glauben, waren doch viele Szenen so herrlich skurril und doch erschreckend nahe an der Realität.