Kein Volkstanzen: Tanzbeine in Coronaruhe. „D’Haselbacher“ haben seit einem Jahr keine Proben mehr. Erfolg gibt es fürs Dirndl.

Von Karin Pollak. Erstellt am 06. März 2021 (03:09)
Monika und Martin Priemayr tanzen gerne. Perfekt zum Volkstanzen passt für die Frauen das ASTEG-Dirndl und für den Herrn das dazupassende Gilet, das es in die „Trachtenmappe“ der Volkskultur Niederösterreich geschafft hat.
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Den 6. März 2020 werden die rund 30 Mitglieder der Volkstanzgruppe „D‘Haselbacher“ nicht so schnell vergessen. An diesem Tag fand ihre bisher letzte gemeinsame Probe statt. Seither stehen coronabedingt die Füße still – keine Polkas, Boarischen, Landler oder Walzer sind erklungen. „Das Tanzen fehlt allen“, meint Monika Priemayr, die Obfrau der Volkstanzgruppe.

Aber auch das Gemeinsame und Gemütliche würden massiv fehlen. „Wir sind ja eine zusammengeschweißte Gruppe von Freunden“, betont Priemayr, die Obfrau der Volkstanzgruppe, die im März 1995 gegründet worden ist. Die Volkstänzer, die sich vor genau 26 Jahren zur Volkstanzgruppe „D’Haselbacher“ formiert haben, treffen sich normalerweise an die 30 Mal im Jahr zum Proben, die Leitung hat dabei Johann Hirnschall, und bringen es jährlich auf rund zehn öffentliche Tanzvorführungen.

„Ersten Proben werden spannend.“ Egal ob beim Proben, bei Auftritten oder beim Singen, „D’Haselbacher“ werden immer von Martina Hirnschall und Maria Resch mit Harfe, Gitarre oder Steirischer live begleitet. „Das macht es einfach aus“, ist Priemayr überzeugt. Dass die Tanzschritte in dem vergangenen Jahr etwas in Vergessenheit geraten sein könnten, davon geht die Obfrau aus: „Aber wenn die Musik erklingt, weiß man bestimmt wieder, wie es geht. Die ersten Proben werden sicherlich spannend.“

Wann sich die Tänzer und Tänzerinnen, die zwischen 30 und 70 Jahre alt sind, wieder treffen können, ist nicht klar. „Mein Mann und ich halten uns mit Walken, Spaziergängen mit den Enkeln und Radfahren fit, denn eine gewisse Ausdauer braucht man beim Tanzen schon“, erklärt Priemayr.

Dirndl in Trachtenmappe. Intern gibt es trotz des Stillstandes eine erfreuliche Meldung: Die Volkstänzer, die seit etwa 2017 das „ASTEG-Dirndl“ als Vereinstracht tragen, wurden in die „Trachtenmappe“ aufgenommen. „Wir sind in dieser Mappe als Nummer 67 angeführt“, freut sich die Obfrau. Diese „ASTEG-Tracht“ wurde für die Region Allentsteig, Echsenbach, Truppenübungsplatz, Schwarzenau und Göpfritz an der Wild von der Arbeitsgemeinschaft der Bäuerinnen und der Stift Zwettler Schneiderin Zeller-Hofer kreiert. Dieses Dirndl wurde von der Volkskultur Niederösterreich beim Wettbewerb für die Entwicklung eines „nachhaltigen“ Dirndls prämiert.

„Dieses Dirndl und die passenten Gilets für die Männer haben wir uns maßanfertigen lassen und dafür auch selbst den Kittel und die Schürzen genäht. Der Leib ist aus Leinen, alles andere aus Baumwolle. Darin lässt es sich wirklich gut tanzen“, heißt es von den Volkstänzern.