Die Neujahrswünsche der Zwettler Promis. Die Silvesterfeiern mussten heuer deutlich bescheidener ausfallen. Einen schönen Jahresabschluss ließen sich die meisten aber nicht nehmen. Die NÖN hat nachgefragt.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 07. Januar 2021 (04:03)

Silvester mal anders. Große Feiern durften heuer nicht stattfinden. Wie wurde bei den Zwettler Promis das neue Jahr eingeläutet und was sind Wünsche für 2021?

Johann Bayr : Die Krise meistern

Bei Lagerhaus-Zwettl-Geschäftsführer Johann Bayr wurde Silvester „bescheiden aber mit Freude“ verbracht. „Ich habe mit der Familie im kleinsten Kreis gefeiert und das neue Jahr eingeläutet“, schildert Bayr.

Neujahrsvorsätze hat sich Bayr keine vorgenommen. „Es hat bei mir noch nie funktioniert, weshalb ich mir das abgewöhnt habe.“ Leichter würde es sein, sich Ziele schon früher zu setzen, und nicht in der Woche zwischen Weihnachten und Silvester. Aber was erwartet er sich von 2021? „Natürlich erhoffe ich mir einen baldigen Sieg über den Coronavirus. Ich glaube, dass wir bis zum Sommer wieder eine gewisse neue Normalität finden werden.“ Wirtschaftlich würde die Pandemie aber noch lange Wellen schlagen. Nach 43 Jahren im Geschäft spricht Bayr da aus Erfahrung. „Aber Menschen wachsen an ihren Herausforderungen und Aufgaben und wir werden auch diese Krise meistern“, meint er.

Bayr blickt also positiv gestimmt ins neue Jahr. Privat gibt es auch einiges, auf das er sich freuen darf: Ein drittes Enkelkind ist unterwegs und soll im Frühjahr auf die Welt kommen. „Für mich als bereits zweifachen Opa ist das wieder etwas ganz Besonderes.“

Ansonsten halten sich große Wünsche und Ansprüche in Grenzen. Auch das Reisen geht ihm nicht wirklich ab. „Ich habe im vergangenen Jahr so viele Spazier- und Radwege rund um Zwettl kennengelernt. Die hätte ich sonst wahrscheinlich nie gefunden. Wir leben hier im Waldviertel eh in einer so schönen Gegend“, sagt Bayr.

Gerhard Zinner: Wieder normal leben können

Auch Waldland-Geschäftsführer Gerhard Zinner musste seine „Silvester-Routine“ heuer etwas anpassen. „Der Ablauf war in den letzten Jahren eigentlich immer recht gleich. Normalerweise waren wir mit Freunden essen und unterwegs“, erklärt Zinner. Im Vergleich dazu war der heurige Silvesterabend geradezu „unspektakulär“ im Familienkreis. Wirklich abgegangen ist ihm die Silvesterfeier aber nicht. „Natürlich wäre es aber schön, wenn so etwas wieder mal möglich wird.“

Neujahrsvorsätze hat auch er keine. Zinner hofft nur, dass spätestens in einem halben Jahr wieder ein normales Leben möglich sein wird.

Karl Elsigan: Gesund bleiben

In einem normalen Jahr wäre auch Schwarzenaus Bürgermeister und ASTEG-Obmann Karl Elsigan zu Silvester unterwegs gewesen. „Früher haben wir uns immer in einer Gruppe mit rund 10 Leuten getroffen“, erklärt er. Dieses Jahr musste darauf natürlich verzichtet werden. Gefeiert wurde daheim mit der Familie. „Wir haben das Jahr gemütlich bei einem guten Essen ausklingen lassen.“ Abgegangen ist ihm die Silvesterfeier in der Gruppe aber schon. „Es war immer schön, mit den Freunden den Jahreswechsel zu feiern. Aber natürlich ist das Gebot der Stunde, so etwas gerade anders zu handhaben.“

Sein größter Wunsch ist, wie könnte es anders sein, endlich den Virus in den Griff zu bekommen. „Hoffentlich normalisiert sich das Leben bald, sodass die Vereine endlich wieder ihre Tätigkeiten aufnehmen können und wir die Lage auch finanziell in den Griff bekommen.“ Ziele gibt es von der Kleinregion ASTEG und der Gemeinde Schwarzenau für 2021 genug. Die Umsetzung sei in diesen Zeiten natürlich mit mehr Aufwand und größeren Anstrengungen verbunden. „Ich bin aber guter Dinge, dass wir gemeinsam alles, was wir uns vorgenommen haben, schaffen werden“, sagt Elsigan im NÖN-Gespräch.

Lukas Brandweiner: Ein Fußballspiel anschauen

Gemütlich ist es auch Lukas Brandweiner, der Obmann des Regionalverband Waldviertel, angegangen. „Ich habe gemeinsam mit meiner Frau zu Hause das Jahr ausklingen lassen. Wir haben gekocht und eine Flasche Wein aufgemacht“, erzählt Brandweiner. Normalerweise hätte er traditionsgemäß auch mit Freunden gefeiert.

Im neuen Jahr kann es jetzt nur aufwärts gehen. „Ich wünsche mir auf jeden Fall ein besseres Jahr, als das abgelaufene. Ich erwarte mir, dass wir durch die Impfung bald wieder zu etwas Normalität kommen. Wenn sich ein Großteil der Menschen impfen lässt, kann es wieder steil bergauf gehen.“

Dann würden auch die Wünsche für 2021 in Erfüllung gehen. „Ich freue mich schon, wenn ich wieder auf den Fußballplatz gehen und mir ein Spiel ansehen kann.“ Auch Feste und der direkte Kontakt mit Menschen haben ihm 2020 sehr gefehlt. „Als Politiker ist man ja ständig unterwegs. Es wäre schön, wenn man wieder normal miteinander reden kann.“

Kurt Steinbauer: Eine Amerika-Reise

AMS-Bezirksstellenleiter Kurt Steinbauer verbrachte den Silvesterabend ebenfalls mit der Familie. „Für gewöhnlich bin ich sonst schon immer ein bisschen unterwegs. Manchmal im Zwettler Stadtzentrum, um Freunde zu treffen oder auch am Silvesterpfad in Wien.“ Heuer wurde daraus ein gemütliches Essen mit der Familie. Ganz unabhängig vom Lockdown auch ohne Knallereien und Feuerwerke, ohne die Steinbauer gut auskommt.

Besondere Vorsätze hat er sich keine gesetzt. Nur gesund bleiben ist momentan einer der größten Wünsche. „Dazu gehört auch eine vernünftige Ernährung und viel Bewegung. Mir ist auch wichtig beim Einkaufen auf Regionalität und Nachhaltigkeit zu achten. Das ist aber generell mein Lebensstil, den ich auch 2021 weiter verfolgen will.

Ein großer Wunsch, den er 2021 aber noch für unrealistisch hält, wäre eine Reise nach Amerika. „Ich habe dort eine Schwester, die ich gerne besuchen würde“, erklärt Steinbauer. Ursprünglich hätte er die Reise schon für 2020 geplant. Die Pläne fielen aber ins Wasser.

Manfred Schnabl: Endlich wieder verreisen

 Bei HAK-Direktor Manfred Schnabl hat sich im Vergleich zu vergangenen Silvesterabenden nicht viel geändert. „Ich bin eh nicht der großer Partymensch. Silvester habe ich gemeinsam mit meiner Frau verbracht“, erzählt er. Traditionsgemäß stand auch heuer wieder ein kleiner Silvesterspaziergang auf dem Programm.

Renate Amon: Dankbar sein

Ein etwas größeres Programm stand bei der Rosenauer Künstlerin Renate Amon auf dem Plan. Kurz vor Mitternacht machte sie gemeinsam mit der Familie eine Fackelwanderung. „Wir hatten auch ein kleines Lagerfeuer im Garten und haben Glühwein zum Jahresabschluss getrunken“, erzählt Amon. „Es war richtig gemütlich, fast schon wie zu Weihnachten.“ Normalerweise gäbe es bei ihr immer eine größere Feier mit rund 20 Menschen. „So war es auch mal etwas stressfreier und man braucht auch nicht so viel kochen“, erklärt Amon.

Die Einschränkungen seien also gar nicht mal so negativ gewesen. „Der Lockdown hat nicht nur Nachteile. Meine Kinder waren dadurch zu Silvester auch mal daheim.“ Die wären nämlich gerade in einem Alter, wo man Silvester nicht mehr mit der Familie feiern würde. „Es war auch schön, alle wieder daheim zu haben.“

Ihr größter Vorsatz für 2021: Dankbar für die eigene Gesundheit sein. Sie hofft auch, mit ihrer Kunst wieder ein wenig fortzukommen und Ausstellungen zu machen. „Es war ein schwieriges Jahr, aber ich bin sicher, dass es 2021 wieder besser wird.“ Pläne gibt es jedenfalls schon. Im April würde die jährliche Kunstmesse im Louvre anstehen. Für Amon seit Jahren ein Fixtermin. „Dort könnte ich auch meine Kollegen wieder sehen, die mir schon abgehen. Ich hoffe, dass sich Kunst und Kultur wieder erholen können.

Christof Kastner: Weiterentwickeln

 „Beschaulich“ verlief der Silvesterabend für Unternehmer Christof Kastner. „Wir haben zuerst einen kleinen Spaziergang gemacht und danach mit den Kindern zu Hause den Abend verbracht“, schildert er. Dabei musste zum Jahreswechsel natürlich auch die eine oder andere Rakete in den Himmel geschossen werden. Ein ganz besonderes Geschenk gab es zusätzlich für den Nachwuchs: „Es ist bei uns eine kleine Tradition, dass die Kinder eine echte Silbermünze bekommen. Da gibt es nette Sonderausgaben, die als Andenken und Glücksbringer dienen.“

Für 2021 wünscht sich Kastner, dass sich sein Unternehmen gut weiterentwickeln kann. „Wir hatten durch die Schließung der Gastronomie ein großes Umsatzminus zu verzeichnen. Das Unternehmen ist aber zum Glück stabil. Hoffentlich kann es jetzt mit der Impfung wieder bergauf gehen.“ Auch eine Reise wäre für ihn eine willkommenen Abwechslung. Vielleicht wird es ihn und seine Familie in eine europäische Hauptstadt verschlagen.