Hochkarätige Besetzung. Mit dem Musikverein Paudorf und der „Standerlpartie" aus Puchberg sowie der Trachtenkapelle Rossatz wurde Blasmusik auf hohem Niveau geboten.

Von Othmar Zaubek. Erstellt am 26. August 2014 (10:37)
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Beim Frühschoppen mit dem MV Rossatz: Kapellmeister Christian Redl, Monika Wiesinger, Pfarrer Gerhard Gruber, Obmann Martin Hausleitner, Kapellmeister Günter Weiss und Obmann Manfred Moser.

Mit musikalischen Höhepunkten der besonderen Art und einem würdigen Festakt feierte am 23. und 24. August der Musikverein Gutenbrunn glanzvoll sein 90-jährigen Bestandsjubiläum.

Jubiläumsfest war ein Musterbeispiel

In Gutenbrunn versteht man es, Feste zu feiern und trotz seiner verhältnismäßig kleinen Besetzung des Musikvereines zeigen Musikerinnen, Musiker, Angehörige und Freunde des Musikvereines Gutenbrunn, dass man in beispielgebender Zusammenarbeit Großartiges verwirklichen kann. Das heurige Jubiläumsfest war dafür ein Musterbeispiel, was natürlich vor allem auch dem umsichtigen Obmann Martin Hausleitner zu verdanken ist.

Gerade bei dieser Witterung war es ungemein wichtig, dass Gutenbrunns neuer Schlossherr Igor Suchanov, der auch mit seiner Familie an beiden Tagen lieber Ehrengast war, überaus großzügig eine geräumige Halle als idealen Veranstaltungsort zur Verfügung stellte.

Noch ein Erfolgsgeheimnis der Gutenbrunner: Sie fahren gerne zu anderen, prominenten Musikkapellen und laden diese dann zu Gegenbesuchen ein.

Unterhaltungsblasmusik der Spitzenklasse

Mit der Wahl des Orchesters für den Samstagabend zeigten sie, dass für Gutenbrunn das Beste gut genug ist.- so gastierte der Musikverein Paudorf mit seinem vielseitigen und hochmusikalischen Kapellmeister Friedrich Haupt, ein Verein, der in seiner Spielklasse zur Landesspitze zählt.

Paudorf verstand es großartig, musikalisches Niveau und Publikumswirksamkeit zu verbinden, ein in allen Registern vorzüglich besetztes, leistungsstarkes Blasorchester. Zwölf Musiker aus Puchberg am Schneeberg haben sich schon seit fast zwanzig Jahren als „Standerlpartie“ den denkbar besten Namen verschafft und einen Spitzenplatz im Lande erreicht. Musiker, die unermüdlich und mit einer Musizierfreude aufspielen, die auch in Gutenbrunn Begeisterungsstürme auslöste.

Schwerpunkt ist die böhmische Musik, aber auch einfühlsame Trompetensoli, wie aus „Elisabeth“ und von Morricone „Spiel mir das Lied vom Tod“, verfehlten ihre Wirkung nicht und „The Rose“ wurde mit einer hochbegabten Sängerin eindrucksvoll vorgetragen. Alles in allem Unterhaltungsblasmusik der Spitzenklasse, wie man sie nur selten im Bezirk hören kann.

Ein Frühschoppen der Sonderklasse

Krönender Abschluss der Festtage war das Galakonzert der Trachtenkapelle Rossatz mit Günther Weiß am Dirigentenpult. Ob in Sibirien, China oder eben erst in Texas erfolgreich, Rossatz ist wohl seit mehr als fünfzig Jahren der traditionsreichste Spitzenklangkörper, der im Lande alles erspielt und erreicht hat, was nur möglich ist.

Auch dieses Meisterorchester war erstmals im Bezirk zu hören, es hätte den Musikern anderer Kapellen sicher sehr genützt, einmal einen Frühschoppen der Sonderklasse, von Johann Strauß und Sousa bis herauf zum Musical und der böhmischen Polka, zu hören, wie er in unserer Gegend bisher unerreicht geblieben ist, was nicht allein am vorbildlichen klanglichen Gestalten, sondern auch an der Musikerpersönlichkeit von Günter Weiß liegt.

Einleitend hatte man den Festakt in die Halle verlegen müssen. Mit dem Großorchester, bestehend aus den Musikkapellen Raxendorf und Laimbach aus dem Bezirk Melk, Paudorf, Bärnkopf, Kirchschlag-Scheib, Martinsberg, Bad Traunstein und Gutenbrunn erklang zuerst unter der Leitung des Komponisten die „Jubiläumsfestmusik“ von Johannes Teuschl. Flotte Märsche dirigierten Bezirkskapellmeister Walter Heider und Christian Redl.