Wirbel um Dienstgrade in Zwettl. „Das ist tabu“: Wenige Tage vor der Gemeinderatswahl stoßen FPÖ Feuerwehr-Abkürzungen auf der ÖVP-Kandidatenliste sauer auf. Mold: „Kein großer Aufreger.“

Von Markus Füxl. Erstellt am 22. Januar 2020 (03:38)
Links: Ewald Edelmaier; rechts: Franz Mold
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Kurz vor dem Urnengang ortet die FPÖ Ungereimtheiten bei der Kandidatenliste der ÖVP anlässlich der Gemeinderatswahl.

In einer Aussendung kritisiert Spitzenkandidat Ewald Edelmaier, dass alle Feuerwehrkommandante und Stellvertreter, die für die ÖVP antreten, mit dem Dienstgrad der Feuerwehr angeführt sind. So sind auf der VP-Homepage etwa die Abkürzungen BI (Brandinspektor) oder OBI (Oberbrandinspektor) vermerkt. „Der erste Satz, der in der Feuerwehr geschult wird, lautet: Religionen und Parteipolitik sind in der Feuerwehr tabu“, meint Edelmeier.

"Darf sich die ÖVP alles erlauben?"

 Der Freiheitliche ist selbst Feuerwehrmitglied und sagt: „ Würde ich, Kandidat der FPÖ Zwettl, als Brandrat oder gar als Abschnittskommandant kandidieren, na da würden die Wogen hoch gehen. Darf sich die ÖVP Übermacht in Zwettl alles erlauben?“

ÖVP-Bürgermeister Franz Mold sieht „keinen großen Aufreger“, sagt er: „Darüber haben wir nicht extra entschieden. Das dürften die Kandidaten selber einfach so gemeldet haben.“ Mold reagierte rasch, die Abkürzungen wurden mittlerweile von der Homepage entfernt. War Edelmaiers Kritik berechtigt oder ein Sturm im Wasserglas, kurz vor der Wahl? „Für mich ist das kein großer Aufreger“, sagt Mold. Außerdem würden viele Bürger, die nicht bei der Feuerwehr sind, ohnehin nichts mit den Abkürzungen anfangen.