Gold für Waldhausener Tüftler bei Erfinder-Messe. Helmut Floh wurde für seine Glättekelle mit Goldmedaille ausgezeichnet.

Von Markus Füxl. Erstellt am 13. November 2019 (05:01)
Helmut Floh kam ins NÖN-Büro in Vitis vorbei und präsentierte seine selbst entworfene und Gold-prämierte Glättkelle.
Markus Füxl

Für eine selbst entworfene Glättkelle erhielt der Waldhausener Helmut Floh auf der Internationalen Fachmesse Ideen-Erfindungen-Neuheiten in Nürnberg (iENA) eine Goldmedaille.

Das Besondere bei seiner Kelle: Sie kann mit einem Finger „umgeklappt“ werden. Damit fällt weniger Putzmaterial auf den Boden und es kann mehr aufgetragen werden. Die Idee für seine Erfindung kam dem gelernten Hafner und Fliesenleger vor 15 Jahren: „Ich hatte daheim eine Baustelle, bei der ich 300 Quadratmeter Putz auftragen musste. Die gängigen Spachteln sind einfach steinzeitmäßig“, sagt er.

Einen Monat lang tüftelte Floh intensiv in seiner Werkstatt, bis der Geistesblitz kam. Vor einem Jahr war schließlich ein erster Prototyp fertig, damals noch mit einer eingebauten Feder. Er feilte immer wieder an der Konstruktion. In der finalen Form hat der Griff eine spezielle Neigung, dass die Fingerführung für das Umknicken der Kelle optimal gelingt. Im März meldete Floh schließlich ein Patent an.

40 Nationen mit rund 800 Ausstellern

Auf die Messe in Nürnberg Anfang November kam er durch einen Zufall: Weil ein Mitglied des Österreichischen Patentinhaber und Erfinderverbandes ausfiel, übernahm Floh dessen Platz. Vier Tage lang lief die Messe, auf der 40 Nationen mit rund 800 Ausstellern vertreten sind. Dass seine Erfindung dort ausgezeichnet wird, glaubte Floh nicht: „Mein Tipp war ein Tiroler Kollege, der eine spezielle Butterhobel erfand. Sein Stand war immer gut besucht“, sagt Floh.

Er reiste vor dem letzten Messetag wieder ab. „Ich habe meine Erfindung sicher hundertmal erklärt. Das war sehr anstrengend“, sagt er. Die Goldmedaille und die Urkunde musste ihm ein Kollege nach Österreich mitnehmen. „Meiner Familie fiel genau so wie mir die Mundlade runter“, sagt Floh.

Ob seine Erfindung jetzt in Produktion geht? „Aktuell laufen noch Gespräche mit einem deutschen Investor. Es ist ein schwieriger Weg“, meint der Waldhausener. Seine Leidenschaft zum Tüfteln hatte er bereits im Kindesalter. Auch nach seiner Lehrzeit baute sich Floh sein Werkzeug immer um, dass es für ihn passt. Aktuell entwickelt Floh bereits „geistig“ zwei neue Ideen.