17 Tonnen Karpfen aus Rudmannser Teich gefischt

Nach dem Ablassen des angestauten Wassers konnte vergangene Woche eine reiche Fischernte beginnen. Am Rudmannser Teich, einer der 18 Stiftsteiche, wurden vergangene Woche geschätzte 17 Tonnen Waldviertler Karpfen aus ihrer natürlichen Umgebung entnommen. Der Tag des Abfischens ist seit einigen Jahren für die Maturanten des Ausbildungszweigs „Wasser und Kommunalwirtschaft“ von der HLW für Umwelt und Wirtschaft Yspertal ein aufregender Termin. Heuer waren 21 Schüler mit ihrer Biologielehrerin dabei.

Erstellt am 25. Oktober 2021 | 09:16

Körperlicher Einsatz und Ausdauer bei unbeständigem Herbstwetter sind nicht nur für die älteren freiwilligen Helfer, sondern auch für die mit anpackenden Jugendlichen eine Herausforderung. „Wir haben seit einigen Jahren als Privatschule des Stiftes Zwettl in Ysper eine Kooperation mit der Fischerei des Stiftes“ erklärt die Biologielehrerin Anna Haider. Dieser Exkursionstag im Rahmen der Biologischen Übungen bilde für die Schüler einen wichtigen Schritt von der Theorie in den Arbeitsalltag. Fischmeister Josef Ploner ist froh, jedes Jahr eine Schulklasse bei dieser arbeitsintensiven Tätigkeit an seiner Seite zu haben. „Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, freiwillige Helfer zum Abfischen anzuwerben. Die Kooperation zwischen der Fischerei und der HLW Yspertal ist eine perfekte Lösung.“
Jasmin Haberzettl aus Gutenbrunn bezeichnete einen solchen Praxistag als wichtigen Höhepunkt des Schulgeschehens. „Sowohl für meine Mitschüler aus der Großstadt, als auch für mich ist die Fischernte ein besonderes Naturerlebnis. Nebenbei sammelt man eine Vielzahl von Eindrücken – sei es, dass man aufpassen muss, nicht im schlammigen Wasser zu versinken, oder man beobachtet verschiedene Reiherarten oder den seltenen Haubentaucher bei der Fischmahlzeit“, berichtete die Maturantin
Mit aufmerksamen Augen protokolliert Waldamtsleiter Benjamin Watzl vor der Waage das Gewicht der mittels Kescher gefangenen Fische.

Pro Korb werden um die 30 Kilo Fische in die bereitgestellten Behälter geleert. „Fischereiwirtschaft ist eine aufwendige Arbeit. Als K1-Fische werden die Karpfen im ersten Jahr bezeichnet. Dann werden sie aus den Zuchtbecken entnommen und in einen Teich mit nur zweijährigen Karpfen gekippt. Als K3-Karpfen kommen sie dann in den Rudmannser Teich, wo sie schließlich ein Gewicht von über zwei Kilo erreichen. Die kalten Durchschnittstemperaturen des Frühjahrs führten in diesem Jahr zu einer kleinen Wachstumsverzögerung“, erläuterte Benjamin Watzl. Dennoch ist Fischmeister Josef Ploner nicht unzufrieden: „Langsam wachsendes Fischfleisch hat eine höhere Qualität, außerdem werden unsere Fische neben der Naturnahrung nur mit Gerstenschrot gefüttert.“

Nicht alle Fische kommen in die Hälter der Fischerei Stift Zwettl, wo sie nach der Geschmacksreife in reinem Kampwasser veredelt werden. Man kann sie auch als Besatzfische weiterverwenden.
Vizebürgermeister Helmut Teuschl und Fischaufsichtsorgan Manfred Rameder holten sich während des Abfischens gleich direkt einige Hundert Karpfen als Besatzkarpfen. In den Himmelteich bei Ottenschlag gesetzt, können sie dort nach einigen Jahren 70 Zentimeter Länge erreichen.