Windräder im Waldviertel regen auf

IG Waldviertel warnt bei Infoveranstaltungen vor massiven Auswirkungen auf Natur und Lebensqualität. EVN und W.E.B relativieren und berufen sich auf Experten.

Erstellt am 15. Juli 2020 | 05:03
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Foto: Klaus Rockenbauer

„Rettet die Wild“ ruft die Naturschutzorganisation „IG Waldviertel“ auf: Bis 21. Juli besteht die Möglichkeit zur Abgabe von Stellungnahmen zum geplanten Windpark in der Wild. Daher fanden am Wochenende in Gasthäusern in der Region Infoveranstaltungen statt.

Die zehn geplanten Windkraftanlagen mit einer Höhe von 241 Metern sind so hoch wie der Donauturm, warnt die Naturschutzorganisation. Neben den optischen Beeinträchtigungen des Landschaftsbilds würde es im Winter bei Eisabwurfgefahr Betretungsverboten auf Wegen in der Nähe der Windräder geben. Ein weiteres Problem sei der Schattenwurf: Aufgrund der geringen Distanz zu den Wohngebieten komme es in Dietmannsdorf und Göpfritz zur Überschreitung der erlaubten Schattenwurfdauer von 30 Stunden pro Jahr bzw. 30 Minuten pro Tag.

Eisabwurf nur an wenigen Tagen ein Thema

EVN-Pressesprecher Stefan Zach relativiert die Kritik. So sei Eisabwurf nur bei ganz bestimmten Wetterbedingungen ein Problem: „Das sind wenige Stunden an einigen Tagen im Winter. Bei solchen Bedingungen wäre das Betreten des Waldes auch ohne Windräder problematisch, weil sich auch an den Bäumen Eiszapfen bilden und herunterfallen können. Auch beim Thema Schattenwurf rede man von wenigen Stunden pro Jahr, in denen Abschaltungen der Anlagen nötig seien.

In die Diskussion klinken sich jetzt auch Tourismus-Experten ein. „Windräder mit einer kolportierten Höhe von rund 200 Meter sind definitiv ein Eingriff in das Landschaftsbild und in die Natur des Waldviertels. Der Schaden, den der Tourismus nimmt, wird hier nicht ausreichend berücksichtig“, mahnt Waldviertler Tourismus-Chef Andreas Schwarzinger.

Auch Familie Mayrhofer vom Kinderparadies zur Minidampfbahn fürchtet: „Die geplanten Monster-Windräder werden den Charme und die Idylle des Waldviertels zerstören.“ In der Wild mussten laut Stefan Zach die Projektwerber besondere wissenschaftliche Vorerhebungen durchführen. „Das haben EVN und W.E.B natürlich gemacht und die von uns beauftragten Experten kommen zum Schluss, dass das Projektgebiet sehr wohl für eine Windkraftnutzung geeignet und das Projekt genehmigungsfähig ist.“