Bezirk Zwettl: Fasten ist mehr als nicht essen. Viele Menschen nutzen die Auszeit vom Essen, um sich etwas Gutes zu tun und innere Kraftquellen zu finden.

Von Martina Hofer. Erstellt am 26. Februar 2020 (05:38)
Ernährungstherapie im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs.
Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs

Mit Aschermittwoch beginnt für viele das alljährliche Ritual der 40-tägigen Fastenzeit. Während einige aus religiösen Hintergründen fasten, nutzen andere die Zeit für den bewussten Verzicht auf bestimmter Lebens- und Genussmittel.

„Wenn man sich entscheidet, bestimmte Lebensmittel in der Fastenzeit zu meiden, sollte man sich vorab bewusst werden, welches Ziel man erreichen möchte“, erklärt Diätologin Elisabeth Maringer im Gespräch mit der NÖN. Dabei betont sie: „Wir im Herz-Kreislauf-Zentrum erfüllen einen medizinischen Auftrag und dabei sind Fastenkuren nicht sinnvoll. Wir legen den Fokus auf eine gute Versorgung mit Mikro- und Makrostoffen.“

Ihre Kollegin Magdalena Hohl sagt: „Grundsätzlich kann längerer Verzicht auf Nahrung positiv auf den Körper wirken, da dadurch die Zellerneuerung aktiviert wird und ‚überschüssiger Zellmüll‘ entsorgt wird. In der Fachsprache wird dies ‚Autophagie‘ genannt. Auf diese Weise ist es durchaus möglich, neue Energie zu erlangen und sich fitter zu fühlen. Der Zeitraum der Nahrungskarenz sollte jedoch nicht zu lange andauern.“

„Fasten ist seit uralter Zeit und in zahlreichen Religionen und Gesundheitslehren ein bewährtes Mittel zur Erhaltung von Gesundheit, mentaler Kraft und kreativer Entwicklung.“Gesundheitsexpertin und Verhaltensbiologin Uma Ewert aus Zwettl

Prinzipiell kann jeder gesunde Erwachsene fasten, bei bestimmten Personengruppen wie zum Beispiel Schwangeren, Stillenden oder Kindern bis zum 14. Lebensjahr wird jedoch generell von längerer Nahrungskarenz abgeraten. Auch bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten, sollte von Fastenkuren ohne ärztliche Abklärung Abstand genommen werden. Wer abnehmen möchte, sollte seine Ernährung dauerhaft umstellen. Gezielte Essenspausen helfen, den Insulinspiegel zu senken und somit Fettverbrennungsphasen zu schaffen. Dafür genügt es jedoch vier bis sechs Stunden zwischen den Mahlzeiten auf Nahrung und gesüßte Getränke zu verzichten.

Im Vivea-Gesundheitshotel Bad Traunstein gibt es auf Nachfrage kein spezielles Fastenangebot. Hier wird der Fokus auf ausgewogene Ernährung und viel Bewegung gelegt.

Die Gesundheitsexpertin und Verhaltensbiologin Uma Ewert aus Zwettl sagt über das Fasten: „Fasten ist seit uralter Zeit und in zahlreichen Religionen und Gesundheitslehren ein bewährtes Mittel zur Erhaltung von Gesundheit, mentaler Kraft und kreativer Entwicklung.“

Beim ayurvedischen Fasten etwa werde die persönliche Konstitution des Menschen bestimmt und dieser erhält auf ihn abgestimmte Kräuter, Tees, Körperübungen und leichte Suppen. Dies sei laut Ewert eine schonende Weise des Fastens. Schwieriger als das eigentliche Fasten sei die darauffolgende Ernährung. Deshalb sollte der Übergang langsam erfolgen.

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