Radfahren im Bezirk Zwettl weiterhin sehr beliebt. Die Nachfrage nach Fahrrädern ist in Zeiten der Pandemie groß. Zum Fahren bieten sich so einige Radrouten an.

Von Angelika Koll und Maximilian Köpf. Erstellt am 07. April 2021 (04:07)
Symbolbild
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Die warme Jahreszeit rückt näher und damit werden auch die Räder wieder aus dem Winterschlaf geholt.

Reinhard Amon, der in Langschlag ein Sportfachgeschäft betreibt, erkennt auf jeden Fall den Trend zum Radfahren. Die Nachfrage nach Rädern sei groß. Probleme gibt es aber teilweise mit der Lieferung. Die Tendenz zum E-Bike zu greifen, sei außerdem in den letzten Jahren angestiegen. „50 Prozent unserer verkauften Räder sind E-Bikes“, gibt Amon an.

Er rechnet damit, dass der Trend zum Radfahren auch in den kommenden Jahren so weitergehen wird. Beim Kauf eines neuen Fahrrads rät Amon übrigens zum Fachhandel. „Es ist sinnvoll, das Rad vor dem Kauf probieren zu können“, betont er. Zudem erhält man als Kunde im regionalen Fachmarkt eine kompetente Beratung. Zu Frühjahrsbeginn bietet das Sportgeschäft Amon nun zudem ein Fahrrad-Service, um das Rad zu Beginn der Saison durchzuchecken. „Die Schaltung wird nachgestellt und alles geschmiert“, erklärt Amon.

Ähnliches berichtet Rudolf Hobiger von Sport Kastner in Zwettl. „Die Nachfrage nach Fahrrädern ist da“, sagt er. Auch während das Geschäft aufgrund der Coronamaßnahmen geschlossen ist, gibt es hier die Möglichkeit zur Abholung. Ein Fahrradservice ist nach Vereinbarung ebenfalls möglich. E-Bikes sind derzeit auch bei Kastner gefragt. Hobiger spricht jedoch auch davon, von den Lieferanten nicht immer genügend Räder geliefert zu bekommen.

Wo die besten Radrouten sind

Eine gute Gelegenheit, sein Rad dann auch auszuführen bieten die Radrouten der Region. „Das Waldviertel verfügt über drei von insgesamt zehn Top-Radrouten Niederösterreichs“, berichtet Waldviertel Tourismus Geschäftsführer Andreas Schwarzinger.

Waldviertel Tourismus Geschäftsführer Andreas Schwarzinger.
NOEN, privat

Neben der durch den Zwettler Bezirk führenden Kamp-Thaya-March-Radroute gehören dazu die Thayarunde und der Iron Curtain Trail. „Diese drei sind auch gleichzeitig die beliebtesten Radrouten der Region. Ebenso beliebt sind einzelne Ausflugsradrouten, wie beispielsweise der Kamptal-Radweg, die Kampseen-Volt-Radrunde, die Radroute Südliches Waldviertel, der Reblausexpress-Radweg oder der Knödl-Land-Radweg“, erwähnt Schwarzinger. Das umfangreiche Mountainbike-Wege-Netz sei ebenso von großer Bedeutung.

Wie Schwarzinger berichtet, gibt es neben den drei Top-Radrouten etwa 20 Ausflugsradrouten im Waldviertel. „Allerdings werden manche aufgrund fehlender Qualität nicht aktiv beworben. Im Zuge eines eigenen Projekts werden in den nächsten beiden Jahren alle Ausflugsradrouten des Waldviertels attraktiviert – das bedeutet, dass das gesamt Angebot für Radfahrer nochmals deutlich verbessert und erweitert wird“, gibt Schwarzinger an. Zukünftig soll der Fokus stärker auf die Weiterentwicklung der Qualität des bestehenden Angebots gerichtet werden.

Vereinsleben seit März 2020 eingeschlafen

Michael Bernhard, Obmann der Zwettler Kosmopiloten.
privat, privat

Radfahren boomt, davon hört auch Michael Bernhard, Obmann des Zwettler Radsportvereins Kosmopiloten, ebenso von Lieferengpässen – allein: Beim Verein schlägt sich das nicht nieder. „Wir merken wenig bis gar nichts davon, die Mitgliederzahlen sind konstant bei etwa 220“, sagt Bernhard. „Ich denke, bei den Radfahrern handelt es sich eher um jene, die es wirklich nur für sich selbst machen, um fitter zu sein. Oder um welche, die ein altes Rad aus den 80ern oder 90ern daheim stehen hatten und sich während der Coronazeit dachten, sie kaufen sich ein neues und fahren wieder mehr.“

Das Vereinsleben bei den „Kosmos“ ist seit vorigem März ziemlich eingeschlafen, Radrennen gab es kaum (auch das Einzelzeitfahren auf der Umfahrung musste abgesagt werden), gemeinsame Ausfahrten waren praktisch nie möglich. „Wir warten hier auf Infos vom Radsportverband, wie es weitergeht“, sagt Bernhard. „Vielleicht können wir zumindest im Nachwuchsbereich bald wieder starten. Aber riskieren wollen wir natürlich auch nichts.“

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