Waldviertler Moore: „Keines gleicht dem anderen“. Bei einer Exkursion wurde die Wichtigkeit der Waldviertler Moore betont.

Von Joachim Brand. Erstellt am 17. Juli 2020 (05:17)
Stellvertretende Geschäftsführerin Naturschutzbund NÖ Gabriele Pfundner, Biologe Joachim Brocks, Naturparkführer Franz Popp und Naturparkgeschäftsführer Heidenreichstein Horst Dolak besichtigen das Heidenreichsteiner Moor.
Joachim Brand

Eine kleine Exkursions-und Informationsveranstaltung des Naturschutzbundes Niederösterreich ins Heidenreichsteiner Moor machte unlängst die Wichtigkeit der Waldviertler Moore bewusst.

Die letzte Neubearbeitung der Moorstandorte zeigte, dass es im Waldviertel rund achtzig verschiede Moorbiotope gibt, deren Schutz durch viele EU Verträge festgelegt ist. 2017 haben sich tschechische und österreichische Naturschutzorganisationen, Behörden und wissenschaftliche Einrichtungen zusammengefunden und das INTERREG Projekt „Connecting Nature AT-CZ“ entwickelt. Eines der Ziele ist die Erhaltung der Moore in Südböhmen und im Waldviertel.

Eine wesentliche Rolle bei dem grenzüberschreitenden Projekt spielt der Biologe und Ökologe Joachim Brocks aus Zwettl. Die Neukartierung und Neubewertung der Waldviertler Moorstandorte ist teilweise sein Verdienst. Im Auftrag des Naturschutzbundes trägt er zu vielen neuen Erkenntnissen im Rahmen des EU Projektes teil. „Keines der Moore gleicht dem anderen. Sie sind alle von einer einzigartigen individuellen Zusammensetzung in Bezug auf Fauna und Flora“ schwärmte Brocks.

Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass erfolgreiche Renaturierungsmaßnahmen sehr viel Fachwissen und Zeit benötigen. Eine seiner letzten Entdeckungen ist ein besonderer Moorwald in Gebharts bei Schrems. Der Naturschutzbund NÖ will das Gebiet freikaufen.