Die Jäger erhalten eine Top-Ausbildung. Über die Waffen in der Jägerschaft sprach Karin Pollak mit dem Zwettler Bezirksjägermeister Manfred Jäger.

Von Karin Pollak. Erstellt am 13. Januar 2021 (05:39)
Bezirksjägermeister Manfred Jäger
Archiv

Wie schaut die Ausbildung der Jungjäger an den Waffen aus?

Manfred Jäger: Im Rahmen der Jungjägerausbildung gibt es die Ausbildung mit Gewehren, Flinten, Revolver usw., Trockentraining, praktische Schießausbildung auf der Schießanlage in Großglobnitz mit zahlreichen Übungsschießen. Hier werden vor allem die praktische Handhabung und der sichere Umgang mit den Waffen geübt. Die Jagdprüfung beinhaltet eine theoretische und eine praktische Waffenprüfung.

Wie kommt ein Jäger überhaupt zu einer Waffe?

Jäger: Schon vor der Jagdprüfung benötigt der Jungjäger ein Leumundszeugnis. Der positive Prüfungsabschluss wird vom Landesjagdverband bestätigt und von der Behörde wird die Jagdkarte ausgestellt. Die Jagdkarte ist die Berechtigung zum Führen einer Langwaffe, die man beim Waffenhändler kaufen kann. Jede erworbene Waffe wird im Zentralen Waffenregister eingetragen.

Muss ein Jäger seine Schießkenntnisse auffrischen?

Jäger: Die klare Empfehlung vom Landesjagdverbandes ist, dass jeder Jäger zumindest alle drei Jahre an einem freiwilligen Übungsschießen teilnehmen soll. Bei Gesellschaftsjagden wird vielerorts vom Jagdleiter die Teilnahme an einem freiwillige Übungsschießen auch kontrolliert.

Wie viele Jäger gibt es überhaupt im Bezirk Zwettl?

Jäger: Im Bezirk gibt es rund 850 gemeldete Jäger und es werden laufend mehr. Mir sind keine Jäger bekannt, die nur wegen der Waffen und dem Schießen die zeitaufwendige Ausbildung und die doch ziemlich schwere Prüfung gemacht haben. Im Vordergrund steht das Interesse am Handwerk Jagd, die Naturverbundenheit und der direkte Zugang zum hochwertigen Wildbret. Seit einigen Jahren gibt es auch immer mehr Frauen, die sich für die Jagd interessieren. Mittlerweile liegt der weibliche Anteil bei den Jungjägern bei 20 Prozent. Dieser Trend setzt sich fort.

Sind Jäger auch Sportschützen?

Jäger: Nicht besonders viele, aber wir bemühen uns alljährlich sehr, den Einen oder Anderen für unsere Bezirksmannschaft zu gewinnen.Dafür muss das Schießen leistungsmäßig trainiert werden und ist sehr zeit- und kostenintensiv.

Jetzt dürfen die Jäger auch Revolver und Pistolen verwenden. Machen das viele Jäger?

Jäger: Grundsätzlich macht es Sinn, dass Jäger, die auch im Jagdkurs mit der Faustfeuerwaffe ausgebildet werden, diese im Revier führen dürfen. Manche jagdliche Situationen, wie die oft gefährliche Nachsuche auf wehrhaftes oder durch Fahrzeuge verletztes Wild im Unterholz, verlangen die Notwendigkeit. Durch die sehr strengen Handhabungsvorschriften wie Aufbewahrung, Transport, usw. werden die Waffen primär nur im Bedarfsfall geführt.

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