Kahlschlag wird politisch. Nach NÖN-Bericht über Rodungsarbeiten im Zwettltal melden sich Grüne zu Wort: „Wurde ohne Rücksicht auf Verluste von Fauna und Flora agiert.“ Verantwortliche kontern, Arbeiten seien notwendig gewesen.

Von Markus Füxl. Erstellt am 30. März 2020 (18:20)
Die Zwettler Grünen machen gegen die Rodungsarbeiten im Zwettltal mobil: „Es wurde viel mehr gerodet, als bei großzügiger Auslegung des Begriffes ‚Wegsicherungsmaßnahmen‘ vertretbar wäre“, sagen sie.
Grüne Zwettl

Nachdem die NÖN in der Vorwoche von den Schlägerungsarbeiten im Zwettltal berichtet hatte, melden sich jetzt die Zwettler Grünen zu Wort.
Silvia Moser und Ewald Gärber möchten in einem Bericht an die Niederösterreichische Umweltanwaltschaft wissen, ob es eine Naturverträglichkeitsprüfung vor der Rodung gab, wie sie in Natura-2000-Gebieten erforderlich ist, und ob es andere Bewilligung für die Rodungen gab. „Nach einem Lokalaugenschein wurde viel mehr gerodet, als bei großzügiger Auslegung des Begriffes ‚Wegsicherungsmaßnahmen‘ irgendwie vertretbar wäre. Brutal wurde mit diesem Waldstück verfahren, ohne Rücksicht auf Verluste der Flora und Fauna. Auch der Waldboden wurde in Teilbereichen massiv zerstört“, schreiben die Grünen in einer Aussendung.

Grüne lassen "Negativauslese" nicht gelten

Verantwortlich für die Waldfläche ist die Zwettler Bürgerstiftung unter Franz Oels. Seine Begründung einer Negativauslese lassen Moser und Gärber nicht gelten: „Eine Negativauslese ist unseres Erachtens nach ein Fällen von einzelnen kranken Bäumen, Wegschneiden von morschen Ästen, allerdings nur innerhalb des Bereiches, in dem eine Gefährdung von Spaziergängern und ein ‚Verkehrssicherheitsrisiko‘ vorliegt.“ Im betroffenen Bereich handle es sich um zwei Waldwege, Eschen befanden sich nur in anderen Bereichen in Richtung Zwettl Stadt.

Grüne Zwettl

Franz Oels sagt auf NÖN-Nachfrage: „Ich glaube nicht, dass wir etwas Unrechtes gemacht haben. Ob Rodungen notwendig sind, kann man als Laie nicht beurteilen.“ So sei die Rodung forstwirtschaftlich abgestimmt gewesen. „Es ist teilweise dramatisch, wie die Bäume aussehen. Es wundert mich, dass sie überhaupt so lange gestanden sind“, sagt Oels.

Bürgermeister Franz Mold: "Sehe ein, dass Bäume gerodet wurden"

Silvia Moser und Ewald Gärber führen in der Aussendung ins Treffen, dass eine derartige Rodung nicht zur nach außen vertretenen Ansicht der Stadtgemeinde passe, den „sanften Tourismus“ zu forcieren. ÖVP-Bürgermeister Franz Mold verweist auf die Zuständigkeit der Bürgerstiftung: „Auf den Bildern, die ich gesehen habe, sind die Bäume morsch. Wenn sie umfallen, ist der Waldeigentümer verantwortlich. Ich sehe es ein, dass die Bäume gerodet wurden.“