Erstellt am 22. Juni 2011, 08:15

Keiner war „totes Geröll“. SEMINARKABARETT / Bernhard Ludwig gastierte im Rahmen des Volksmusikfestivals „AufhOHRchen“ in Groß Gerungs.

Frauen und Männer ticken einfach anders, das machte Bernhard Ludwig – im Bild mit Kulturstadträtin Liane Schuster – dem Publikum in Groß Gerungs wieder einmal klar.LASSMANN-MOSER  |  NOEN
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VON BRIGITTE LASSMANN-MOSER

GROSS GERUNGS / Mit einem hochkarätigen Gast, nämlich Bernhard Ludwig, wurde am Donnerstagabend, 16. Juni, das großes Volksmusikfestival „AufhOHRchen“ in Groß Gerungs (Seiten 34/35) eröffnet.

Ludwig präsentierte sein Programm „Lustvoll leben, Version 10 in 2“ – eine Zusammenfassung seiner drei bisherigen, äußerst erfolgreichen Programme „Anleitung zum Herzinfarkt“, „Anleitung zum Diätwahnsinn“ und „Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit“. Heiß war dann nicht nur das Programm, sondern heiß war es auch im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal des Gasthauses Hirsch.

„Das ist kein Zuhör-, sondern ein Mitmachprogramm“, gab Bernhard Ludwig, seines Zeichens Psychologe und Seminarkabarettist, gleich zu Beginn des Abends den Weg vor. Das Publikum musste mitmachen, indem es summte, und wer nicht summte, war „totes Geröll in lebender Kabarettmasse“. Basta!

Der Titel des einstündigen Programms leitet sich von einer neuen, wissenschaftlich fundierten Ernährungsmethode, die Ludwig selber bereits seit drei Jahren praktiziert, ab: Einen Tag wird gegessen, am nächsten wird nichts gegessen, einen Tag wird gegessen… Das soll die Lebens qualität um 20 - 80 % verbessern.

Nach der Pause stellte sich Ludwig mit einer dreiviertelstündigen Zugabe ein, in der es dann, um die sexuelle Unzufriedenheit, noch heißer herging, wiewohl das Publikum zu diesem Zeitpunkt brav in „Männlein“ und „Weiblein“ getrennt war.

Bei der abschließenden, traditionellen Frage, ob der Abend mehr Seminar oder mehr Kabarett war, zeigte das Gerungser Publikum einen leichten Überhang zum Kabarett…

Fazit: Wer die drei ersten Programme Ludwigs, der sich etwas divenhaft benahm (keine Fotos beim Auftritt, nicht zu früh lachen…), bereits kannte, erfuhr nicht viel Neues – herzhaft lachen konnte man aber allemal.