Jubiläum: Seit 65 Jahren eine Einheit. Gegenseitiges Vertrauen und Nachgeben sind für Maria und Johann Bruckner das Rezept ihrer jahrzehntelangen Ehe.

Von Karin Pollak. Erstellt am 06. Februar 2021 (03:58)
Maria und Johann Bruckner konnten ihre „Eiserne Hochzeit“ feiern.
privat

Maria und Johann Bruckner sind seit 65 Jahren verheiratet. Ihre Eiserne Hochzeit feierten sie coronabedingt in ganz kleinem Rahmen. Das Ehepaar kann auf ein ereignisreiches, gemeinsames Leben zurückblicken – mit Höhen und Tiefen. Nicht nur der Familienname verbindet die beiden, auch einige „Zufälle“ spielten eine große Rolle.

Bruckner und Bruckner

Maria Bruckner hieß ja bereits bei ihrer Geburt vor 89 Jahren so, ihr Gatte Johann, der am 20. Februar seinen 87. Geburtstag feiert, ist ebenfalls ein „Bruckner“. Die Jubelbraut verbrachte nach ihrer Geburt nur eine Woche in ihrem jetzigen Wohnhaus, in das sie als 13-Jährige zurückkehrte.

Vor 65 Jahren gaben sich die beiden das Jawort.
privat

Ihre Eltern übersiedelten nämlich mit ihr als Baby von Kleinotten nach Niederschleinz im Weinviertel. Dort hatte ihr Vater eine Schmiede gekauft. Maria bekam noch vier Geschwister und besuchte ab 1939 die Volksschule in Niederschleinz. 1943 trat sie in die Hauptschule in Sitzendorf ein, aber ab März 1945 war ein Schulbesuch wegen der schweren Bombenangriffe nicht mehr möglich.

Mit der Tante zurück nach Kleinotten 

Eine Wende in Maria Bruckners Leben kam im Oktober 1945. Ihre „Tante Pepi“ besuchte die Familie und nahm die damals 13-Jährige mit ins Waldviertel, wo sie von den zwei ledigen Tanten Josefa und Franziska Zellhofer aufgenommen wurde. Maria war also zurück an ihrem Geburtsort. Sie besuchte die Schule in Großglobnitz. Franziska Zellhofer übernahm nach dem Tod ihres Bruders, der in der Kriegsgefangenschaft verstorben ist, den Bauernhof und heiratete Julius Holzreiter. Das Paar adoptierte Maria. „Ab Juni 1954 habe ich Bruckner-Holzreiter geheißen“, erklärt Maria.

Gemeinsam in der Schule

Etwas jünger ist Johann Bruckner, er kam am 20. Februar 1934 als viertes von fünf Kindern der Ehegatten Johann und Rosa Bruckner in Niederglobnitz zur Welt. „Wir besuchten ab 1945 gemeinsam die Schule in Großglobnitz. Als Maria zum ersten Mal die Schule betreten hat, wusste ich, dass sie einmal mir gehören wird“, erzählt Johann und das sollte sich wenige Jahre später auch bewahrheiten.

Die Schulzeit beendete Johann 1948 und arbeitete danach als Knecht bei verschiedenen Bauern – auch in Kleinotten machte er Dienst. Im Frühjahr 1953 begann die große Liebe zwischen Johann und Maria zu sprießen. „Johann fuhr mit dem Ochsengespann an unserem Haus vorbei und ich habe ihm nachgerufen, dass er anhalten und mich mitnehmen soll“, erzählt Maria. Johann ist von damals Marias freundliche Stimme in Erinnerung geblieben.

Bauernhof von Onkel übernommen

Im Jänner 1956 übergab der damalige Hofbesitzer, Marias Onkel Julius Holzreiter, den Hof an das Paar. „Das war nicht selbstverständlich, mein Onkel war damals 44 Jahre alt und hat danach bei der Heeresverwaltung am TÜPl Allentsteig gearbeitet“, berichtet Maria, die am 18. Jänner 1956 ihren Johann am Standesamt und am 24. Jänner in der Kirche in Großglobnitz geheiratet hat. Ihre einzige Tochter Herta erblickte im September 1960 das Licht der Welt. Bis 1989 führte das Paar den Bauernhof, den Tochter Herta und ihr Gatte Herbert Koppensteiner übernommen haben.

Vier Generationen in einem Haus

Johann Bruckner hat nach der Pensionierung mit dem Schießsport begonnen und darin ein großes Hobby gefunden. Seine Gattin Maria war vor allem als Oma aktiv. Sie half mit großem Einsatz bei der Betreuung ihrer von Geburt an behinderten Enkelin Karin, die 2011 verstorben ist. Aber auch ihre zweite Enkelin Andrea begleitete sie auf ihrem Lebensweg. Mittlerweile kann sich das Paar über die Urenkel Leon und Loreen freuen.

„In Zeiten der Pandemie ist ein Zusammenleben von unseren vier Generationen in einem Haus durchaus von Vorteil. Es tut sich immer etwas und genau das brauchen wir“, meinen Maria und Johann Bruckner. Ihr Rezept für diese lange Beziehung sei einfach: „Gegenseitiges Vertrauen und auch das Nachgeben waren und sind immer wichtig“, meint Maria Bruckner.