Zeit für die Hausaufgaben. Über Planungen, die die Fußballklubs jetzt ohne Stress erledigen können.

Von Bernd Dangl. Erstellt am 20. Mai 2020 (01:35)

Es ist schon etwas ungewöhnlich, wenn einer der angesehensten Trainer der Region von der 1. Landesliga in die 1. Klasse wechselt. Gut, Helmut Anderst war, nachdem er in Zwettl bereits nach zehn Monaten das Handtuch geworfen hat, zuletzt ohne Trainerjob und die Auswahl an Waldviertler Spitzenteams ist rar bzw. derzeit zu vernachlässigen, da aktuell ab der Gebietsliga aufwärts kein Team Bedarf auf der Trainerbank hat. Für Anderst spricht, dass er sich für die 1. Klasse nicht zu schade ist – für den SV Vitis, dass die Planungen, wie zuvor auch in Zwettl und Gmünd – für die kommende Saison bereits voll angelaufen sind. Während woanders der Ball ruht, läuft in Vitis nicht nur schon wieder das Training, sondern werden die Hausaufgaben erledigt. Das unterstreicht die Ambitionen, rasch wieder in die Gebietsliga zurückzukehren.

Gehen wir vom „best case“ aus, sodass die Amateur-Meisterschaften im September wieder starten: Aus aktueller Sicht scheint diese Zeit noch weit entfernt. „Genug Zeit noch“ werden sich viele denken. Doch verhält es sich bei den Planungen im Sport wie im Leben abseits davon: Erfolgreich ist der, der eine gewisse Struktur hat, nichts dem Zufall überlässt und vorausschauend plant. Panische Schnellschüsse werden im Fußball oft genug gemacht und sorgen für doppelten Aufwand, wenn im Winter erst wieder korrigiert werden muss.

Daher sollte der Betrieb bei den Klubs nicht einschlafen – die nächste Saison ist (hoffentlich) schneller da, als gedacht. Und wer sich jetzt Gedanken – siehe Vitis – macht, spart sich danach jede Menge Nerven.