Marathon statt Sprint. Über das Rennen um VP-Stadträte.

Von Markus Füxl. Erstellt am 26. Februar 2020 (04:44)

Es dürfte das erste Rennen sein, das der Sportler Alexander Leutgeb vor dem Ziel vorzeitig beendet: Er verzichtet auf sein ÖVP-Gemeinderatsmandat. Der Grund: Er bekam von der Fraktion keine Stadtratsfunktion. „Und das trotz viertbestem Ergebnis mit 284 Vorzugsstimmen“, ärgert sich Leutgeb.

Auf Anhieb Stadtrat ist als Ziel dann doch zu sportlich. Dass Bürgermeister Franz Mold bewährte Kollegen in den Gemeindevorstand holt, sollte nicht überraschen. Gemeindearbeit ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wer zum ersten Mal dabei ist, darf sich nicht erwarten, gleich nach dem Startschuss ganz vorne mitzulaufen. „Entweder Top Ten, oder ich gebe auf“ ist die falsche Einstellung.

Auffallend aber ist: Nach Fabian Todt, der 2017 nach 851 Tagen im Amt als Jugendgemeinderat das Handtuch warf, ist Leutgeb der zweite junge politisch Engagierte, der der ÖVP den Rücken kehrt. Die Stadtpartei tut sich scheinbar schwer, die Jugend mitlaufen zu lassen.