Zwettl vertraut den „Eigenen“. Über mutige Transfer-Entscheidungen des SC Zwettl.

Von Mathias Schuster. Erstellt am 29. Januar 2020 (00:45)

Vor etwas mehr als zehn Jahren begann die letzte Amtszeit von Helmut Lamatsch als Trainer des SC Zwettl und sofort wurde die Entscheidung im Ostliga-Forum – die Facebook-Ära hatte damals noch nicht jede Form der Online-Kommunikation vereinnahmt – heftig kritisiert. Kernpunkt der Kritik: Lamatsch würde zu wenig auf die eigene Jugend setzen.

Ein Jahrzehnt später ist davon nichts zu spüren. Nur vier Ü24-Spieler standen im ersten Test gegen Rapid II am Feld. Klar, die Aufstellung macht in erster Linie nicht Lamatsch, sondern Trainer Lukas Meisner. Welche Spieler zur Verfügung stehen, liegt aber in der Verantwortung des Sportlichen Leiters, und dessen „negative“ Transferbilanz ist ein deutliches Zeichen an den eigenen Nachwuchs. Fünf Spieler verließen den Verein, nur zwei Neue kamen bisher nach. Zwar ist einer davon 30 Jahre alt, den braucht Zwettl auf einer Schlüsselposition aber wie einen Bissen Brot.

Macht in Summe minus drei Spieler, und geht es nach Lamatsch, könnte es sogar dabei bleiben. Denn Michael Hersch und seine nur ein wenig älteren Kollegen sollen die Lücken schließen. Fehlendes Vertrauen in die Jugend dürfte Zwettl dann keiner vorwerfen.