Auf so vielen Ebenen falsch. Ist gegen Geisterspiele, aber…

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 21. Oktober 2020 (02:11)

Als Journalist hat man das Privileg, als einer der Wenigen Geisterspiele besuchen zu dürfen. Ob das so erstrebenswert ist? Um 19.35 Uhr biege ich zum Schremser Birkenpark-Stadion ab.

Sonst würde die Verspätung eine lange Parkplatzsuche bedeuten. Diesmal aber parke ich gleich beim Eingang, der extra für mich aufgesperrt und danach wieder verschlossen wird. Drin ist weniger los, als bei einem Testspiel auf Kunstrasen bei Schneesturm. Immerhin machen die Fans im Stadtpark Lärm, sonst würde man nur die 22 Herren auf dem Spielfeld hören. Es fühlt sich auf so vielen Ebenen falsch an…

Dass Geisterspiele ein Unsinn sind, besonders im Amateurbereich, muss man aber mittlerweile eh keinem mehr erzählen.

Begleiten werden sie uns aber noch länger. Die Landesregierung wird nicht abrücken und im Waldviertel wird die Coronaampel nicht so bald umschalten. Vereine machen sich Gedanken: Sollen sie in den sauren Apfel beißen und doch Geisterspiele austragen, um Nachteile gegenüber anderen Klubs, die vor Zuschauern spielen dürfen, gering zu halten? Spieler und Trainer wollen ohnehin meist kicken. Schrems beantwortete die Frage nach regen Diskussionen mit ja.

Viele andere Vereine wollen weiter Geisterspiele negieren – wegen Fans und Finanzen. Beide Wege bringen Herausforderungen. Legitim sind sie trotzdem.