Soirée war pures Erlebnis. Ein gediegenes Konzerterlebnis erwartete die Besucher des Stiftes Zwettl vergangene Woche im Festsaal. Rainer Küchl und Robert Pobitschka luden zur „Soirée bei Kerzenlicht“. Geplant war die Veranstaltung ursprünglich für den 14. März, jetzt konnte sie endlich stattfinden.

Von Maria Moll. Erstellt am 16. September 2020 (13:49)
Rainer Küchl an der Violine und Robert Pobitschka am Klavier luden am Samstagabend zur „Soirée bei Kerzenlicht“ in den Festsaal des Stiftes Zwettl.
Maria Moll

Der studierte Violinist Rainer Küchl war mehr als vier Jahrzehnte lang Konzertmeister der Wiener Philharmoniker sowie des Staatsopernorchesters. Er unterrichtete auch an der Uni für Musik in Wien. Er gründete das Küchl-Quartett, ist Leiter des Wiener Ringensembles und erhielt mehrere hohe Auszeichnungen. Pianist Robert Pobitschka, der einst seinen musikalischen Studien am Klavier ein Jusstudium voranstellte, und Küchl boten ein sehr anspruchsvolles Konzert. Zur schwungvollen Eröffnung erklang die Bach-Sonate in c-Moll.
Neben Bach und Franck auch eigene Werke

Die folgende temporeiche Sonate von Francis Poulenc präsentierten die beiden Künstler mit Würze, pointiert und effektvoll. Schließlich stellte Robert Pobitschka mit seiner Musik in der sechsteiligen Auftragskomposition „Kosmos Japanischer Garten“ anlässlich der Eröffnung des Japanischen Gartens in Schönbrunn die Natur des Gartens mit Wasser, Blumen und Tieren vor und nahm mit Zitaten Bezug auf das Japanisch-Österreichische Treffen im Teehaus.

Nach der Pause präsentierte Rainer Küchl die Uraufführung von sechs „Miniaturen für Violine“, die er in diesem Sommer zu Ehren seines Bruders Ulrich komponiert hat. Der im Publikum anwesende ehemalige Propst von Eisgarn, selbst Komponist und Kirchenmusiker, dankte dem großartigen Könner. Leicht melancholisch beginnend wechselte die Sonate für Violine und Klavier von César Franck imposant zum frohen Allegro. Nach improvisierend klingendem „Recitativo. Fantasia“ erhob sich die Melodie zu einem triumphalen Abschluss.

Den langen Applaus der Zuhörer belohnte das Musikerduo mit dem 2014 von Pobitschka komponierten „Wiegenlied für Erwachsene“ als eindrucksvolle Zugabe.