Unheimliche Begegnung: Wolf stand auf der Fahrbahn. Radler musste auf abschüssiger Straße knapp an einem Wolf vorbeifahren, dieser reagierte auf ihn nicht.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 09. Mai 2019 (06:56)
Von Andrea Izzotti, Shutterstock.com
Symbolbild

Bei seiner Radtour nach Kottes musste der 64-jährige Weißenkirchner Josef Böck an einem Wolf vorbei. Ein Ausweichen war nicht möglich.

Der Weißenkirchner fuhr Ende April mit seinem Rennrad über den „Spitzer Graben“ in Richtung Kottes. „Auf der abschüssigen Straße zwischen Elsenreith und Kottes stand plötzlich in einer Kurve mitten auf der Fahrbahn ein Wolf vor mir“, berichtet Böck, der keine Zeit zum Überlegen gehabt hätte: „Stehenbleiben wäre zu diesem Zeitpunkt nur mit einer Vollbremsung möglich gewesen und ich wäre unmittelbar vor dem Tier zum Stehen gekommen.

Ausweichen ging auch nicht, neben der Straße war Wald. So entschied ich in der Sekunde, an dem Wolf vorbei zu fahren, obwohl mir bewusst war, dass ich ihm mit einem Abstand von knapp zwei Metern bedrohlich nahe kommen werde“, blickt Böck auf diese aufregenden Momente zurück.

Gegenüber der NÖN gab der Radler zu, schon ein mulmiges Gefühl gehabt zu haben: „Anfangs dachte ich noch, dass vor mir ein Hund stehen würde, aber beim Vorbeifahren war es für mich eindeutig ein Wolf, der nicht aggressiv war und auf mich kaum reagiert hat.“

Das Zusammentreffen mit dem Wolf sei gut ausgegangen: „Zwei Kehren weiter hielt mich ein Autofahrer auf, der mich fragte, ob ich den Wolf auch gesehen hätte. Erst da wurde ich nachdenklicher, denn es gibt Situationen, in denen man sich nicht richtig verhalten kann, auch wenn man das wollen würde“, zeigt Böck auf.

Großen Abstand zu einem Wolf halten, einen weiten Bogen um ihn herum machen – all das war einfach nicht möglich. „Das Radfahren werde ich aber deswegen bestimmt nicht aufhören. Dass ich wieder mit einem Wolf zusammentreffe, das wird nicht so schnell passieren.“