Bienen im Waldviertel in Quarantäne. Die Amerikanische Faulbrut grassiert im Waldviertel. Zwei Gebiete in den Bezirken Zwettl und Gmünd sind jetzt „Sperrgebiete“.

Von Karin Pollak und Markus Füxl. Erstellt am 13. Mai 2021 (04:00)
Der Gmünder Bezirksobmann der Imker, Franz Leutner, kennt die Amerikanische Faulbrut genau: „Diese Krankheit ist für Imker und Bienen schlimm, für die Menschen aber ungefährlich! “ Im Bild mit seinem Enkel Michael.
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Für jeden Imker ist das Auftreten der „Amerikanischen Faulbrut“ in seinen Bienenvölkern schlimm, die Auswirkungen massiv. Mit dieser Erkrankung der Bienenbrut müssen sich derzeit ein Imker aus der Gemeinde Schrems sowie zumindest ein Imker aus dem Bezirk Zwettl beschäftigen. Von der Bezirkshauptmannschaft wurde das Gebiet um Eugenia in einem Umkreis von drei Kilometern zum „Sperrgebiet“ ernannt, ein weiteres gibt es im Bezirk Zwettl, das in den Gmünder Bezirk reicht.

Der Bescheid mit allen dazu erforderlichen Auflagen wurde seitens der Behörde an alle betroffenen Gemeinden, Imker, Imkervertreter und Polizeiinspektionen übermittelt. „Bienenvölker dürfen aus dieser Zone nicht ausgebracht und nur mit Bewilligung der Bezirkshauptmannschaft in die gekennzeichnete Zone eingebracht werden“, heißt es darin. Ebenso müssen alle Bienenvölker und deren Standorte aus dieser Zone unverzüglich bei der Bezirkshauptmannschaft gemeldet werden. Die Imker müssen auch den Organen der Behörde Zutritt zum Bienenstand sowie die Entnahme von Untersuchungsmaterial gestatten. „Das ist ähnlich der Corona-Quarantäne“, erklärt der Zwettler Bezirkshauptmann Michael Widermann. Wer sich nicht an diese Verordnung nach dem Bienenseuchengesetz hält, hat mit einer Geldstrafe zu rechnen, diese kann bis zu 4.360 Euro betragen – verweist die Bezirkshauptmannschaft.

Was man dagegen tun kann? „Meistens kann man den betroffenen Bienenstock sanieren, erklärt der Bezirksobmann der Imker, Franz Leutner aus Weitra. Aber zuerst müssen die Bienenstöcke kontrolliert werden. Dafür sind in den Bezirken Gmünd und Zwettl die beiden Sachverständigen der Bienenzucht, Herta Kainz und Karl Holzmüller, zuständig. „Sollte die Brut stark befallen sein, dann müssen leider die Bienen abgetötet und die Waben verbrannt werden“, erklärt Kainz. „Der Honig kann natürlich weiterhin unbedenklich genossen werden“, stellt Kainz auf NÖN-Nachfrage klar.