Busfahrer akzeptierte Maskenbefreiungs-Attest nicht. Busfahrer hielt Attest eines Schülers aus Langschlag für Internet-Fake. Buspartner entschuldigt sich.

Von Markus Füxl. Erstellt am 14. Oktober 2020 (05:27)
Diese ärztliche Bestätigung führte ein Schüler aus Langschlag auf dem Schulweg mit sich. Ein Busfahrer ließ sie nicht gelten.
privat

Eigentlich sollte die ärztliche Bestätigung, dass ihr elfjähriger Sohn aus gesundheitlichen Gründen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen muss, Erleichterung bringen – im Fall einer Mutter aus Langschlag, die anonym bleiben möchte, kam es aber anders.

„Mein Sohn traut sich jetzt nicht mehr, ohne Maske zu fahren. Er will sich nicht schikanieren lassen.“Die Mutter

Was war passiert? Ihr elfjähriger Sohn wollte vor kurzem mit dem Schulbus nach Zwettl fahren. Er trug keinen Mundschutz und hatte das ärztliche Attest mit dabei. „Als mein Sohn am Busfahrer vorbeiging, hielt er ihn an seiner Schultasche fest und forderte ihn auf, eine Maske aufzusetzen“, erzählt die Mutter im NÖN-Telefonat.

Ihr Sohn wies daraufhin sein schriftliches Attest vor. Dann kam es zur Diskussion: „Der Busfahrer meinte, dass das Attest aus dem Internet ausgedruckt sei. Er drohte meinem Sohn, ihn von der Fahrt auszuschließen“, sagt die Mutter. Der Elfjährige hatte noch eine Maske in der Schultasche und setzte diese auf.

„Mein Sohn traut sich jetzt nicht mehr, ohne Maske zu fahren. Er will sich nicht schikanieren lassen“, erzählt die Mutter. In der Schule würden Lehrer und Direktor die ärztliche Bestätigung akzeptieren. Auch abseits der Schulfahrten habe es noch keine Probleme gegeben, wenn ihr Sohn ohne Maske, aber dafür mit Attest unterwegs war. „Auf Großveranstaltungen, wo die Maske Pflicht ist, waren wir bisher auch nicht“, fügt die Mutter hinzu.

Die Langschlägerin beschwerte sich bereits schriftlich beim VOR. Sollte sich dieser Vorfall wiederholen, drohe sie mit einer Anzeige.

„Gibt leider immer wieder Trittbrettfahrer“

Auf den Vorfall angesprochen verspricht VOR-Pressesprecher Georg Huemer, den Vorfall zu prüfen. „Das sind schwierige Situationen für die Busfahrer. Ich verstehe diesen Fehler. Grundsätzlich gilt die Maskenpflicht. Die Lenker sind aber angehalten, Menschen bei ärztlichen Bestätigungen natürlich mitzunehmen. Leider gibt es aber immer wieder Trittbrettfahrer.“

Auf die Kritik der Mutter, dass die Busse heillos überfüllt seien und kein ausreichender Sicherheitsabstand gewährleistet sei, sagt Huemer: „Ich kenne diese Beschwerden, muss aber festhalten: Es gibt bisher keinen einzigen Öffi-Cluster.“

Belehrung für den Buslenker

Mittlerweile erhielt die Mutter auch eine Antwort des Buspartners. Dort zeigt man sich nach dem Zwischenfall einsichtig und schreibt: „Wie der Lenker hier gehandelt hat, war absolut nicht in Ordnung. Wir haben mit dem Lenker ein ausführliches Gespräch geführt und ihn über sein falsches Handeln belehrt.“