Caritas: Gemeinsamer Urlaub sorgt für Freudenstrahlen. Die Caritas-Stätten in Zwettl und Paudorf bieten ihren Klienten ein spezielles Angebot: Gemeinsam fahren sie jährlich in den Urlaub und sorgen für strahlende Gesichter.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 18. Dezember 2019 (11:15)
Franziska Kaineder (3. von links) und Alois Rautner (rechts) von der Caritas unterstützen Karl Hammerl, Oliver Steiner und Brigitte Schachinger in der Werkstätte Paudorf.
Johannes Mayerhofer

Eines von der NÖN unterstütze „Licht ins Dunkel“-Projekte dieses Jahres sind die Caritas-Stätten in Zwettl und Paudorf. Sie bieten ihren Klienten jährliche Urlaubsreisen an.

Zuletzt ging es nach Kärnten, an den Wörthersee. „Da hatten wir ein sehr volles Programm“, berichtet Karl Hammerl. „Lange Wanderungen, eine Schiffsfahrt, wir waren auch im Planetarium.“ Hammerl, der in der Paudorfer Caritas-Werkstätte für psychisch Erkrankte tätig ist und dort betreut wird, hat nur gute Erinnerungen an die gemeinsamen Reisen, welche jährlich von der Caritas für ihre Klienten organisiert werden.

Brigitte Schachinger und Oliver Steiner, die ebenfalls in der vor zwei Jahren eröffneten Caritas-Stelle betreut werden, erzählen außerdem von Ausflügen zum Klagenfurter Miniaturenpark „Minimundus“ und traumhafter Verpflegung: „So ein Frühstücksbuffet ist schon fein, so etwas haben wir hier in Paudorf leider nicht.“

Licht ins Dunkel-Spende für Reise verwenden

„Wir betreiben dieses Urlaubsprojekt schon seit ungefähr 25 Jahren“, erzählt Alois Rautner, der für die Caritas-Stätten in Paudorf und Zwettl zuständig ist. An beiden Standorten, welche jeweils 26 vollzeit- und sechs teilzeitbetreute Plätze umfassen, wird mit psychisch Erkrankten gearbeitet. Hergestellt werden unter anderem Dekorationen und Tischlereiwaren. „Leider wird die finanzielle Situation der Caritas schlechter, deshalb haben wir uns für die Reise 2020 formal um Unterstützung bei ‚Licht ins Dunkel‘ beworben.“

Die jährliche Urlaubsreise sei wichtig, um den Betreuten erlebnisreiche Abwechslung zu bieten, sie aktiv zu halten und auch ein Gruppenerlebnis außerhalb des gewohnten Umfeldes zu ermöglichen. Oft komme es im Rahmen der Urlaubsreisen auch zum Widersehen mit alten Bekannten. Früher waren alle Betreuten an einer zentralen Stelle in Schiltern tätig. Dann wurde die Gruppe auf Paudorf und Zwettl aufgeteilt. Urlaubsreisen werden allerdings gemeinsam durchgeführt. „Da sieht man so manch bekanntes Gesicht von damals wieder. Das ist für unsere Klienten natürlich auch ein schönes Erlebnis“, so Rautner.

Vom Plattensee bis nach Lignano

Silvia Hager vom Caritas-Wohnheim in Zwettl berichtet, dass die Zahl der Mitreisenden aus Zwettl eher gering ist. „Wir haben viele Ältere, die sich das vielleicht nicht mehr so zutrauen und andere finanzielle Prioritäten haben“, so Hager.

Immerhin seien für jede Reise Selbstbehalte von bis zu 120 Euro zu bezahlen. Natürlich müsse man bei der Organisation einer Reise mit psychisch Erkrankten einige Dinge beachten. „Unsere Touren führen uns meist in ländliches Gebiet. Großstädte wären vermutlich zu aufreibend“, meint Rautner. In der Mehrzahl der Fälle verlasse man dabei auch nicht die nationalen Grenzen, um Reisewege möglichst kurz zu halten. Neben Kärnten sei man auch in der Steiermark, Salzburg und dem Burgenland unterwegs gewesen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

„Am Plattensee in Ungarn war es zum Beispiel sehr schön“, berichtet Hammerl. Einig sind sich die Betreuten auch, dass sie gerne wieder ins italienische Lignano reisen wollen. „Leider dauern die Urlaubsreisen immer nur fünf Tage“, meint Steiner. „Die könnten ruhig länger sein“, schmunzelt er.

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