Auf der Jagd nach Wasser: Strom statt Wünschelrute. Josef Kramer fährt jeden Tag mit Tablet, Kabelspulen und 4.000 Volt im Gepäck zur Arbeit.

Von Markus Füxl. Erstellt am 20. Juni 2018 (05:00)
Markus Füxl
Mit diesem Gerät spürt Josef Kramer Wasseradern auf.

Für den gebürtigen Transsilvanier Josef Kramer gibt es nichts Schöneres, als wenn es aus den Adern schießt. Aber im Gegensatz zum berühmtesten seiner Landsleute sucht Kramer nur Wasseradern – und das mit Strom. Während er früher für Firmen Öl und Gas in Europa, Nordafrika und Sibirien aufgespürt hatte, wechselte er vor zwei Jahren zum Brunnenbau.

„Eine Wünschelrute kann zwar oft den Standort für Wasser anzeigen, aber nicht, in welcher Tiefe sich das Wasser befindet“, so Kramer. Dazu benutzt er den sogenannten „GeoSeeker“, ein über 15.000 Euro teures Gerät.

Metergenaue Messung bis zu 250 Metern Tiefe

Über zwei Elektroden leitet er Strom in den Boden, zwei weitere Elektroden messen die Spannung aus dem Boden. Der Widerstand gibt dann Auskunft über die geologischen Schichten. Mit einem eigenen Computerprogramm erstellt Kramer anschließend ein dreidimensionales geologisches Bild. Bis zu 250 Meter in die Tiefe kann er so messen.

Seine Kunden kommen zu 90 Prozent aus Österreich und zu zehn Prozent aus Deutschland. Sie sind Private, Gemeinden und Firmen. Im Waldviertel führte Kramer Messungen in Koblhof (Zwettl) sowie Frauenhofen und Brunn an der Wild (Horn) durch. Zuletzt suchte er für einen Großbauern in Moniholz (Marktgemeinde Sallingberg) Wasser.

„Das war skurril: Sein Brunnen bis 40 Meter Tiefe hatte kein Wasser mehr. Bei meiner Messung habe ich entdeckt, dass eine starke Wasserader knapp darunter verläuft. Seitdem drückt das Wasser wieder bis auf drei Meter“, sagt Kramer. Besonders im Waldviertel sei es besonders schwierig, Wasser zu finden. Grund dafür ist die harte Böhmische Masse. „Bisher hatte ich aber immer Erfolg“, schmunzelt Kramer.