Neues Ausflugsziel: Oed greift nach den Sternen . Sternwarte „Orion“ soll ausgebaut werden. 113.000 Euro werden voraussichtlich in das Projekt investiert.

Von René Denk. Erstellt am 27. Februar 2019 (04:00)

Ein Juwel, das bereits seit 1966 in der Gemeinde Martinsberg geformt wurde, wird nun neu geschliffen und aufpoliert: Im Sommer soll die Waldviertler Sternwarte „Orion“ in Oed um 113.000 Euro ausgebaut werden.

Von 1966 bis 1969 fertigte der Wiener Pensionist Josef Trinko das Sternwartehäuschen sowie das teils selbst gebaute Teleskop an. „Er war bei der heutigen OMV Prokurist. Er hat sehr viel selbst gemacht und konnte sich zum andern auch viel leisten“, erklärt Gerhard Janu, Obmann der Waldviertler Sternwarte „Orion“ im NÖN-Gespräch. Warum der Wiener gerade auf Oed kam: „Er hat in Niederösterreich einen möglichst hohen Punkt mit wenig Umgebungslicht gesucht. Immerhin liegt unsere Sternwarte auf über 800 Metern“, sagt Janu stolz.

2.700 Arbeitsstundenin siebeneinhalb Jahren

Nachdem der Pensionist etliche Jahre in der Sternwarte den Weltraum erkundete, verstarb er am 10. Dezember 1987 und die Sternwarte verfiel. Im Herbst 1998 nahm man sich dann wieder um die Warte und das Teleskop-Unikat an. Zu Dritt wurde in den ersten zweieinhalb Jahren gemeinsam an der Renovierung und Sanierung der Sternwarte gearbeitet. Weitere fünf Jahre sanierte man zu zweit weiter.

In den siebeneinhalb Jahren wurden 2.700 freiwillige Arbeitsstunden investiert. „Wir mussten alles komplett zerlegen, reinigen oder auch erneuern. Nichts blieb ganz“, erklärt der heute 90-jährige Obmann Gerhard Janu (der übrigens bis zu seinem 82. Geburtstag auch weiterhin als Zahnarzt in Martinsberg arbeitete!). Vor der Wiedereröffnung wurde dann auch der Verein der Sternwarte gegründet, der heute 63 Mitglieder hat.

Leader-Region Südliches Waldviertel-Nibelungengau
Die Sternwarte „Orion“ in Oed wird ausgebaut.

Der Großteil unterstützt den Verein aber nur mit dem Mitgliedsbeitrag. Für die Neueröffnung 2007 wurde auch von der Gemeinde eine große Orion-Skulptur bei Künstler Martin Vollgruber in Auftrag gegeben, der aus der Martinsberger Katastralgemeinde Reitzendorf stammt. Seit Juni 2009 befindet sich auf dem Gelände der Sternwarte ein von der Gemeinde gebauter Turm mit einer vollautomasitierten Meteorkamera. Diese wurde vom Österreichischen Astronomischen Verein in Zusammenarbeit mit der tschechischen Akademie der Wissenschaften errichtet.
Immer wieder heißen der Obmann, sein Stellvertreter Christian Mühlbacher aus Gschwendt und Schriftührerin Brigitte Wagner aus Ottenschlag Interessierte auf der „Reise durch das All“ Willkommen.

Bürgermeister Friedrich Fürst freut sich, dass gemeinsam mit der Leader-Region und dem Land der Zubau umgesetzt werden kann: Von den 113.000 Euro, die für das Projekt veranschlagt sind, werden 68.000 Euro gefördert, den Rest von 45.000 Euro wird die Gemeinde aufbringen. Der Zubau wird rund 64 Quadratmeter groß sein, um Gästegruppen in Hinkunft auch gebührend empfangen zu können. Das ging in der Vergangenheit weniger gut, oft mussten Besucher im Außenbereich warten. Der Holzriegelbau soll neben dem ca. 35 m2 großen Hauptraum, indem Dinge rund um die Sternwarte präsentiert werden, auch einen 15 m2 großen Kinosaal und Sanitäranlagen bieten.

„Wird prominentes Ausflugsziel in NÖ“

„Das Gebäude wird eingeschossig und barrierefrei zugänglich sein. Eine außengelegene Stahltreppe wird außerdem auf die Dachterrasse der Sternwarte führen. Diese wird für Exponate genutzt. Der gesamte Neubau wird vor allem Platz für diese Exponate bieten, welche die Besucher in die Welt der Astronomie entführt und die Bedeutung der Sternenkunde für vergangene Kulturen aufzeigt“, zeigt sich auch der Geschäftsführer der Leader-Region Südliches Waldviertel-Nibelungengau, Thomas Heindl begeistert.
„Die Sternwarte in Martinsberg wird zu einem prominenten Ausflugsziel für Besucher aus ganz Niederösterreich werden und mehr Gäste in die Region bringen. Das Planetarium-Projekt ist einzigartig in der Region und erhöht somit die Attraktivität“, betont auch Wirtschafts- und Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav.