Schulhof saniert: Neue "Outdoorklasse" begeistert. Im Rahmen einer „Outdoorklasse“ können Schüler in Martinsberg ab nächstem Schuljahr im Freien unterrichtet werden.

Von Markus Füxl. Erstellt am 27. August 2017 (05:00)
In dieser 32 m² großen Holzarena werden die Schüler der Neuen Mittelschule Martinsberg ab nächstem Schuljahr bei Schönwetter unterrichtet. Bürgermeister Friedrich Fürst, Direktorin Kornelia Hofer und Obmann des Schulgemeindeausschusses Gernot Mader freuen sich auch über die Sanierung des Schulhofes.
Markus Füxl

Die Schüler der Neuen Mittelschule (NMS) Martinsberg werden ab dem nächsten Schuljahr im Freien unterrichtet. Eine sogenannte „Outdoorklasse“ ermöglicht einen Unterricht im sanierten Schulhof.

Schulhof komplett erneuert

Seit Juni steht dort eine 32 m² große überdachte Holzarena. Sie bietet auf drei Ebenen Platz für 100 Personen. Bereits bei der Fertigstellung nahmen dort 70 Schüler Platz.

Direktorin Kornelia Hofer freut sich: „Mein Traum war schon immer Unterricht im Freien. Er ist mit der Outdoorklasse in Erfüllung gegangen, so etwas ist einzigartig in unserer Region!“ Bereits in den letzten Jahren habe man immer wieder Schultische und Sonnenschirme in den Garten gestellt, um die Schüler im Freien zu unterrichten. „Die Begeisterung der Kinder war immer riesig, es war aber recht umständlich“, so Hofer. Durch die Bewegung im Freien sollen beide Gehirnhälften aktiviert werden. „Dadurch erlernen die Schüler auch besser neue Inhalte“, erklärt Hofer.

Nach 40 Jahren erneuerte man jetzt auch den 850 m² großen Schulhof komplett. Baumwurzeln drückten bereits die Waschbetonplatten des Hofes aus. Neben dem Holzaufbau stehen auch viele neue sportliche Geräte, wie ein Wackelbalken, eine Slackline, verschiedene Kletterelemente und eine Hüpfplatte, die wie ein Trampolin funktioniert. Die Schüler können außerdem einen Tischtennistisch, einen Basketballkorb und Streetsoccer-Tore nützen.

Tolle Verbindung von Schule & Natur

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 57.900 Euro. Die genaue Förderhöhe des Landes steht noch aus. Man rechne aber mit der höchstmöglichen Summe von 40.000 Euro.

Für den Unterricht in der Holzarena erhalten die Kinder in der Schulhalle über einen Beamer ihren Arbeitsauftrag. Dann können sie nach draußen in die Holzarena gehen und dort die Aufgaben erledigen. „Matheaufgaben oder Deutschaufsätze können mühelos in der Outdoorklasse geschrieben werden“, sagt Hofer. Wenn nötig, können eine mobile Tafel auf Rädern sowie 20 Laptops rasch nach draußen geschafft werden.

Bildungsmanager Alfred Grünstäudl begrüßt die Verbindung von Schule und Natur. „Wenn man sich an die eigene Schulzeit erinnert, weiß man, wie wichtig frische Luft in einem Klassenzimmer sein kann.“ Er betont, dass der Unterricht natürlich auf die Outdoorklasse abgestimmt sein müsse. „Unsere Pädagogen haben das Know-how, das dementsprechend umzusetzen“, so Grünstäudl.

NMS Rappotten plant Outdoorklasse

Auch in der NMS Rappotten stein plant man eine Outdoorklasse. „Wir wollen einen Holzbau wie in Martinsberg, eventuell auch mit ein paar Steinen“, so Bürgermeister Josef Wagner. Eltern, Schüler und Lehrer arbeiten gemeinsam an einem Konzept. Ab Herbst können Vorschläge im Rahmen einer Förderung zu Schulfreiräumen des Landes eingereicht werden. „Die Entscheidung fällt im März 2018“, so Wagner.

Bereits fix ist ein Projekt der beiden Schulen zum Thema „Wald und Holz“, das ab nächstem Schuljahr laufen soll.