Mast als Todesfalle. Unfall-Häufung / Ungünstig platzierter Telefonmast sorgt immer wieder für schwere Unfälle, nun wird Verlegung eines Erdkabels geprüft.

Von Michael Schwab. Erstellt am 03. Juni 2014 (11:06)
Diese Tafel brachte Silvester Köfinger aus Merkengerst am Telefonmast an, gegen den immer wieder Motorradfahrer und Pkws mit verheerenden Folgen prallen.
NOEN, Silvester Köfinger

KIRCHSCHLAG / Brandgefährlich für Motorradfahrer ist eine Kurve auf B 217 zwischen Ottenschlag und Merkengerst im Gemeindegebiet von Kirchschlag.

Denn ein Telefonmast steht derart ungünstig direkt neben der Straße, dass Motorradfahrer, aber auch Pkws, die aufgrund zu hoher Geschwindigkeit oder Fahrfehlern aus der Kurve getragen werden, gegen den Mast prallen.

Seit 20 Jahren immer wieder Unfälle

„Es gibt hier seit 20 Jahren immer wieder Schwerverletzte und auch Tote, doch nach jedem Unfall wird der Mast einfach wieder neu aufgestellt, ja es wurde sogar ein verstärkter doppelter Mast errichtet“ empört sich Silvester Köfinger aus Merkengerst, der die Folgen der Unfälle mehrfach mitbekommen hat. „Ich war beim Bürgermeister und habe auch versucht, bei der Telekom jemanden zu erreichen, doch man erwischt nie jemanden, der sich zuständig fühlt. Es ist für mich unerträglich, wie gleichgültig Telekom und Behörden reagieren“, so Köfinger weiter.

Allein im Zeitraum der letzten Wochen habe es zwei Unfälle gegeben. „Einmal prallte ein Motorradfahrer gegen den Mast, daraufhin wurde wieder ein doppelter Telefonmast an der gleichen Stelle aufgestellt, der dann zwei Wochen später von einem Lkw umgefahren und abgerissen wurde“, berichtet Köfinger.

 Nachfrage bei A1

Er habe selbst eine Tafel am Mast angebracht, um auf die für ihn unerträgliche Situation hinzuweisen. „Es wäre wichtig, dass hier endlich jemand reagiert. Es geht darum, dass nicht noch mehr Menschen sterben müssen oder mit den Folgen ihrer schweren Verletzungen leben müssen“, betont Köfinger.

Der Kirchschläger Bürgermeister Johann Stieger nahm, nachdem Köfinger bei ihm war, selbst mit A1 Kontakt auf. „Mir wurde für Montag, den 19. Mai versprochen, dass jemand kommt und sich die Sache ansieht, ob man da etwas machen kann. Es ist aber keiner meines Wissens keiner gekommen“, berichtete Stieger vergangenen Mittwoch. Auf erneute Nachfrage bei A1 erhielt der Bürgermeister schließlich die Auskunft, dass vorige Woche doch ein Sachverständiger vor Ort war. „Dabei wurde festgestellt, dass grundsätzlich eine Verlegung des Telefonkabels unter die Erde möglich wäre. Ob und wann dies geschieht, werden wir aber erst in ein paar Monaten erfahren“, fasst Stieger gegenüber der NÖN zusammen.

Der NÖN wurde auf mehrfache Nachfrage seitens A1 eine Stellungnahme versprochen, die jedoch bis Redaktionsschluss nicht einlangte.