Militärmusik zu Gast. Pionierprojekt / Erstmals in Niederösterreich kam die Militärmusik in Zwettl zu einem Jungbläserseminar und bot eine breite Palette.

Erstellt am 09. Juli 2014 (00:01)
NOEN, privat
Jungmusiker der Musikwoche 2014 und Mitglieder der Militärmusik NÖ mit Bezirksjugendreferent Gerhard Zlabinger (li.), Militärkapellmeister Adolf Obendrauf (M.) und Bezirksobmann Johann Kainz (re.).

ZWETTL / Die Wechselbeziehung zwischen Militärmusik und zivilen Musikkapellen hat Tradition. Kamen früher gediente Militärmusiker in ihre Heimatdörfer und gründeten dort die Musikkapellen, so erhalten heute die Militärkapellen durch die Jugendarbeit in den Musikvereinen und die Musikschulen bereits weitaus besser ausgebildete Jungmusiker. Dennoch ist die Militärmusik für viele, nunmehr auch weibliche, Blasmusiker, die einzige Gelegenheit, für einige Zeit als Berufsmusiker tätig zu sein, was wiederum die zivile Blasmusikpflege fördert und steigert.

Bei der heurigen Delegiertentagung des NÖ Blasmusikverbandes bot Niederösterreichs Militärkapellmeister Major Adolf Obendrauf, der bereits in seiner steirischen Heimat Bezirkskapellmeister gewesen ist und nunmehr auch gerne mit dem Blasmusikverband zusammenarbeitet, an, mit der Militärmusik in die Bezirke hinaus zu kommen und dort die musikalische Jugendarbeit zu unterstützen. Natürlich wollte er damit auch eine Werbung für den Militärdienst in diesem Vorzeigeblasorchester verbinden. Bezirksjugendreferent Gerhard Zlabinger, Bezirkskapellmeister Walter Heider und Bezirksobmann Johann Kainz waren nun die Ersten in ganz Niederösterreich, die von diesem Angebot Gebrauch machten. So kam die Militärmusik zum Jungbläserseminar des Blasmusikbezirks Zwettl in Zwettl und war anschließend am Nachmittag beim Jungmusikerseminar des Blasmusikbezirks Gmünd in Bad Großpertholz im Einsatz.

Traditionelle und moderne Blasmusik

Adolf Obendrauf und die Militärmusik Niederösterreich boten die ganze Palette gegenwärtiger Blasmusik. Zuerst wurde marschiert, wobei die Militärmusik nicht allein Vorbilder lieferte, sondern die Jungen und Jüngsten auch mit den Militärmusikern mitmarschieren konnten. Die Militärmusik Niederösterreich zeigte anschließend einen Ablauf vom Antreten, Abmarschieren, großer Wende bis zum wieder Abtreten (mit klingendem Spiel), also Musik in Bewegung in ihrer ganzen Vielfalt. Obendrauf erläuterte die „Figuren und Abläufe“ und dirigierte darauf folgend eine Rasenshow. Damit wies er darauf hin, dass nicht nur traditionelle Marschmusik, sondern auch moderne Blasmusik bei der Militärmusik gespielt wird.

Nun wurde die Lehrveranstaltung in einen Saal verlegt, und Ensembles der Militärmusik Niederösterreich zeigten zuerst beispielhaft auf, welche Möglichkeit die Bläserkammermusik in den verschiedensten Besetzungen bietet, etwa Saxophonquartett, Blech Brass Quintett, Dixielandband oder auch Big Band.

Einige Musikstücke des gesamten Blasorchesters durften natürlich nicht fehlen und waren ein erfolgreicher Abschluss des Vormittags. Der Höhepunkt für die Seminarteilnehmer war dann wohl, dass sie sich bei den jeweiligen Registern mit ihren eigenen Instrumenten dazustellen durften und alle gemeinsam den Marsch„Jugend musiziert“ intonierten. Obendrauf gratulierte den Jungmusikern für ihr Engagement und die schon tollen Leistungen und hoffte auf ein Wiedersehen.