Roboter flitzt durch Kuhstall der LFS Edelhof. Maschine versorgt Kühe in Edelhof vollautomatisch mit frischem und abgestimmtem Futter. Milchproduktion stieg bereits.

Von Markus Füxl. Erstellt am 10. September 2020 (05:41)
Üben mit dem neuen Fütterungsroboter in der Landwirtschaftlichen Fachschule Edelhof: Barbara Gallauner, Leonhard Pichler und Katharina Gruber.
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Ganz langsam arbeitet sich Franz durch den Stall und verteilt Futter für die Kühe. Dann surrt er leise und macht sich auf den Rückweg.

„Franz“ ist ein vollautomatischer Fütterungsroboter und seit Kurzem in der Landwirtschaftlichen Fachschule Edelhof tätig – als erster seiner Art in ganz Niederösterreich. Er bereitet eigenständig mehrmals am Tag eine frische und auf die Tiergruppe abgestimmte Ration vor. Dann rollt er durch den Rinderstall und verteilt das Futter automatisch an die Kühe. Als Orientierung dienen ihm im Boden eingelassene Magnete.

„Die Tiere fressen mehr und sind gesünder“, erklärt Tierhaltungslehrer Lukas Benesch die Vorteile. Die weiblichen Aufzuchtrinder bis 15 Monate zeigen mittlerweile eine Tageszunahme von 900 Gramm pro Tag und eine Zunahme beim Pansenvolumen. Bei den Milchkühen stieg die Milchleistung im Vergleich zum Vorjahr um drei Kilogramm Milch pro Tier und Tag. „Außerdem sind die Tiere ruhiger geworden. Das ist zurückzuführen auf das ständige Vorhandensein von frischem und homogenen Futter, was wiederum keine Rangordnungskämpfe am Futtertisch zur Folge hat“, erklärt Direktorin Michaela Bauer.

Alle Futtermischungen setzten sich aus Grassilage, Maissilage, Stroh, einer Energie-, einer Eiweiß- und einer Mineralstoffkomponente zusammen. Für eine Fütterung im ganzen Stall braucht „Franz“ etwa 40 Minuten. Die Milchkühe werden fünfmal am Tag gefüttert.

Tagwache um 4.30 Uhr

Seinen Arbeitstag beginnt der Fütterungsroboter um 4.30 Uhr. Aus drei Vorratsboxen wird das Futter über Fräsköpfe auf ein Förderband gebracht, das in den automatischen Mischwagen des Roboters gefördert wird. Dann startet „Franz“ zu den einzelnen Buchten. „Die Tiere haben sich sehr schnell an die Geräusche und das Licht gewöhnt“, erklärt Benesch, und: „Bereits am dritten Tag haben sich intelligente Tiere ganz vorne angestellt, wenn er seine Runde gedreht hat, um das frischeste Futter zu bekommen.“ Die Schüler lernen die Bedienung und überprüfen den Roboter dreimal pro Monat. Die Kosten für einen solchen Roboter mit zwei Vorratsboxen belaufen sich auf etwa 180.000 Euro.

Auch Ferkel dürfen sich über Modernisierung freuen

Die Sanierung des Bio-Abferkelstalles wird in den nächsten Tagen abgeschlossen sein. Aktuell fehlt noch eine Einzäunung sowie die Errichtung einer neuen Hygieneschleuse.

„Wir brauchen einen Zaun, weil die Tiere keinen Kontakt zu Wildschweinen haben dürfen“, erklärt Direktorin Bauer. Bereits Ende Mai wurde die Kühlhalle der Saatzucht Edelhof abgeschlossen.