Weltneuheit für Steinmetz aus Großweißenbach. Der Steinmetz Christian Huber investierte knapp 700.000 Euro in neue Halle und zwei Maschinen: Sie kommen aus Frankreich und schneiden schnell und vollautomatisch.

Von Markus Füxl. Erstellt am 15. Mai 2021 (05:24)

Alle Hände voll zu tun hat dieser Tage der Steinmetz Christian Huber: „Wir haben so viel Arbeit, dass die Haustüre nicht zugeht!“ Ihm zur Seite stehen dabei zwei Weltneuheiten: Sogenannte „CNC“-Bearbeitungsanlagen. Kostenpunkt: knapp 300.000 Euro.

„Das ist die erste Maschine dieser Generation überhaupt in Österreich“, sagt Huber beim NÖN-Besuch, während er das moderne Sägezentrum erklärt: Zwischen einem und 20 Zentimeter dicke Steinplatten werden dort zuerst fotografiert, über den Computer unterteilt und dann von der Maschine komplett selbstständig zugeschnitten. „Sie sägt schneller als du zeichnen kannst“, sagt Huber. Tatsächlich: Einer Stunde Arbeit mit Zeichnen am digitalen Klemmbrett folgen zehn Minuten auf der Maschine: Dann sind die Stücke fertig.

Vakuum sorgt für stabilen Stein

Auch die zweite Maschine, das Bearbeitungssystem, ist hochmodern: Es sorgt für Bearbeitungen am Stein, wie Rillen, polierte Ausnehmungen für Ceranfelder oder Tropftassen. 50 Werkzeuge sind dafür in einem automatischen Werkzeugmagazin hinterlegt. Vakuumpads mit einer Stärke von einem Bar sorgen dafür, dass der Stein während der Bearbeitung nicht verrutscht.

„Fernsteuerung“ aus Frankreich

Beide Maschinen kommen aus Frankreich und sind per Netzwerk laufend mit dem dortigen Unternehmen verbunden. So kann sich von dort ein Techniker mittels „Fernsteuerung“ dazuschalten, sollte es Probleme mit der Software geben. „Ich bin der erste im Waldviertel mit einer solchen CNC-Bearbeitung in dieser Dimension“, erklärt Huber nicht ohne Stolz.

Laufend in Betrieb hat der Steinmetz auch eine neue, ökologische Wasseraufbereitungsanlage: Zehn Kubikmeter Wasser sind dort ständig im Kreislauf, um Schlamm bei der Bearbeitung herauszufiltern. Neu ist auch ein Hallenkran – samt Halle, in der die Maschinen untergebracht sind: Sie wurde im Sommer 2020 gebaut. Insgesamt investierte Huber 700.000 Euro in die Halle und die Geräte.

Der Steinmetz ist bereits seit 30 Jahren im Geschäft, seit 2010 arbeitet er selbstständig. Der Betrieb zählt mittlerweile sechs Mitarbeiter. Neben Grabsteinen, Steinen rund ums Haus (Eingänge, Terrassen, Gärten) und im Haus (Badezimmer, Fliesen) hat er sich auf Küchenarbeitsplatten spezialisiert. Die Nachfrage ist enorm: 30.000 solcher Platten werden in Österreich pro Jahr gebraucht. Huber selbst hat ständig 150 bis 200 Steinplatten auf Lager

Sie kommen aus dem Waldviertel und der ganzen Welt: Brasilien, Indien, Afrika. Der exklusivste Stein kostet 1.000 Euro pro Quadratmeter – vor allem wegen seiner einzigartigen „Maserung“. „Unsere Kunden schätzen besonders die Hygiene und Widerstandsfähigkeit gegen Hitze und Kratzer. Ein Stein ist zeitlos und hat keine Epoche“, sagt Huber.