Mehr Abfall durch die Lockdowns im Bezirk Zwettl. Viele Bestellungen brachten mehr Müll. Probleme brachte unsachgemäße Entsorgung.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 12. Februar 2021 (05:38)
Der Geschäftsführer des Gemeindeverbandes für Müllbeseitigung, Al-brecht Mayerhofer.
GV Zwettl

Während 2020 an zahlreichen Stellen gekürzt wurde, an einer Sache wurde nicht gespart: dem Müll. Gerade in Zeiten des Lockdowns liefen die Paketbestellungen heiß. Dadurch erhöhte sich automatisch der Bedarf an Verpackungsmaterial, dass auch wieder irgendwo entsorgt werden musste. Wie extrem war das Mülljahr 2020?

„Der Verpackungs- und Kartonmüll wird sowieso von Jahr zu Jahr mehr. Durch die Lockdowns war nochmals ein Anstieg bemerkbar“, erzählt der Geschäftsführer des Gemeindeverbandes für Müllbeseitigung, Albrecht Mayerhofer. Die Menge sei zwar immer noch gut bewältigbar gewesen, doch Probleme entstanden vor allem durch unsachgemäße Entsorgung. „Viele Kartons wurden nicht richtig zusammengefaltet und einfach so neben Container gestellt“, schildert Mayerhofer.

Ansonsten hätten natürlich die verschiedenen Hygienemaßnahmen die Arbeit erschwert, gerade im Frühjahr. „In der ersten Phase war es schwierig, die nötigen Ressourcen, wie Schutzmasken, zu bekommen. Diese Probleme konnten wir erst später in den Griff bekommen.“

Auch die Altstoffsammelzentren mussten im März geschlossen bleiben und durften erst nach Ostern wieder aufsperren. Seitdem blieben diese aber durchgehend offen. Das war anscheinend auch nötig, denn laut Mayerhofer wurden 2020 auch die Entsorgungen in den Sammelzentren mehr.

Erste Preiserhöhung seit 16 Jahren. Die Müllmengen wurden mittlerweile so hoch, dass nach langer Zeit auch wieder finanzielle Maßnahmen gesetzt wurden. Das erste Mal seit 16 Jahren werden im Bezirk die Müllgebühren erhöht. Etwa zehn Prozent mehr müssen an den Abfallverband entrichtet werden. „Neben der Müllmenge steigen auch die Entsorgungspreise stetig“, erklärt Mayerhofer. Am stärksten sei die Entsorgung der Problemstoffe betroffen. Hier seien die Kosten teils um bis zu 25 Prozent gestiegen.