Zwei Spezialisten im Konzert in Zwettl. Thomas Wimmer und Michael Posch spielten auf mittelalterlichen Instrumenten.

Von Maria Moll. Erstellt am 03. August 2021 (13:24)
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Martin Anibas und seine Frau Karin begrüßten Michael Posch an den Flöten und Thomas Wimmer an der Fidel vom Ensemble „Unicorn“ in der Galerie „blaugelbezwettl“.
Maria Moll

Zwei Spezialisten ihres Genres traten in der Galerie „blaugelbezwettl“ auf. Das Duo Posch/Wimmer aus dem international anerkannten Ensemble „Unicorn“ spielte auf Nachbauten mittelalterlicher Instrumente. Thomas Wimmer, der auch noch sein eigenes Ensemble „Accentus Austria“ gegründet hat, strich eine Fidel, die zwischen den Knien zu halten war. Michael Posch spielte auf sieben verschiedenen Flöten unterschiedlicher Tonlagen.

Die beiden Musiker führten abwechselnd durch das Programm. An ihrer informativen, doch gut verständlichen Präsentation ließ sich erahnen, dass sie lehrend tätig sind. Wimmer ist ein Schulfreund von Galerieleiter Martin Anibas. Beide unterrichten am Gymnasium Waidhofen. Posch, in Klagenfurt geboren, wirkt an der Musik- und Kunst-Privatuniversität Wien.

Die beiden erläuterten Stücke aus dem codex fienca oder dem Londoner Manuskript. Ein besonders interessantes Beispiel war die Erzählung zu „Il Decamerone“ von Giovanni Boccaccio, eine Sammlung von 100 Novellen, die genau zur Abendgesellschaft und zu den Problemen unserer Zeit passte.

Parallelen zwischen Erzählung und heute. Mitte des 14. Jahrhunderts flüchteten sieben Frauen und drei Männer — im Konzert waren zehn Zuhörer — wegen einer Pandemie — damals war es die Pest — in die Hügel rund um Florenz. Sie versuchten, sich gegenseitig zu unterhalten, indem sie sich jeden Tag zu einem vereinbarten Thema eine Geschichte ausdachten. Nach zehn Tagen kehrten die Flüchtlinge in die Stadt zurück.

Auch manche Abschnitte im Spiel der beiden engagierten Musiker klangen improvisiert, doch Thomas Wimmer versicherte: „Wenn Sie das Gefühl haben, da stimmt was nicht, Sie können unbesorgt sein. Wir haben alles gut geprobt.“