Musikalische Melange aus Vorarlberg und Zwettl. Jugendsinfonieorchester Dornbirn und das Junior Brass Ensemble der Musikschule Zwettl musizierten im Zwettler Stadtsaal.

Von Maria Moll. Erstellt am 16. Februar 2020 (09:45)
Die Jeunesse lud junge Ensembles zu Konzerten in Zwettl. Ivo Warenitsch, Dirigent des Jugendsinfonieorchesters Dornbirn, Pianistin Hanna Bachmann, Anna Maria Yvon und Andreas Teufl von der Jeunesse Geschäftsstelle Zwettl, Musikschulleiter Alexander Kastner (1. Reihe), David Hartlmayr, Simon Öls, Isabella Matt und Alexander Svetnitskag aus Dornbirn (2. Reihe), Marie Scheidl, Christoph Schierhuber, Joesiane, Felix Scheidl und Nikolaus Neumeister aus der Musikschule Zwettl (3. Reihe).
Maria Moll

Auf Einladung der Jeunesse gastierte das Jugendsinfonieorchester Dornbirn am 13. Februar im Stadtsaal zu Gast. Im Rahmen des Jeunesse Projekts „Start up!“ bot das Junior Brass Ensemble der Musikschule Zwettl ein Vorkonzert. „Wir spielen heute das erste Mal in dieser Konstellation“, erklärte Musikschulleiter Alexander Kastner, „und es ist eine wunderbare Möglichkeit, unsere Projekte zu präsentieren.“

Die Musiker aus Vorarlberg begannen in kleinerer Formation, aber verstärkt durch die junge, bereits international erfolgreiche Pianistin Hanna Bachmann. Auf dem Programm stand das Konzert für Klavier und Orchester A-Dur KV 488 von Wolfgang Amadeus Mozart, „das eigentlich zu den Klarinettenkonzerten gezählt wird, weil drei Oboen durch Klarinetten ersetzt werden“, wie Dirigent Ivo Warenitsch erläuterte. Klar, schmeichelnd und einfühlsam der Orchesterklang, aus dem sich das virtuose Klavierspiel der Solistin erhob, dann wieder träumerisch und fröhlich.

Nach der Pause trat das große Orchester mit 70 Musikern auf. Gespielt wurden Tänze voller Schwung und in charakteristischem Rhythmus, ausschließlich aus Osteuropa, in denen die Komponisten Themen aus der Volksmusik verarbeitet hatten. Der Dirigent erzählte, dass Antonín Dvořák damals innerhalb von acht Wochen acht Tänze schrieb, ursprünglich für Klavier komponiert, später auf Wunsch für Orchester bearbeitet. Vier davon boten die Dornbirner Musiker – „Furiant“ der erste Tanz, aber auch frühlingshafte und von Klarinetten und Querflöten eingeflochtene zarte Töne waren zu hören. „Russische Tänze“ aus Franz Lehars Oper „Tatjana“ ließen die leise Melancholie der russischen Seele erahnen. Nicht zuletzt stellten die Tänze aus Bedřich Smetanas Oper „Die verkaufte Braut“ hohe Ansprüche an das Können der Violinisten.

Die Zugabe war ein Werk von Johann Ernst Benjamin Bilse So unbekannt und doch so berühmt. Bilse stand in jungen Jahren als Musiker in den Diensten von Johann Strauß (Vater). Mit seinem da erworbenen Wissen und Können gründete er seine eigene Kapelle in der Heimat Schlesien. Das herangereifte Orchester übersiedelte bald nach Berlin. Nach einem Streit trennten sich 54 Musiker von Bilses Ensemble und gründeten das Berliner Philharmonische Orchester, aus dem die Berliner Philharmoniker hervorgingen.
Das Konzert der jungen Musiker in Zwettl hat den zahlreichen Zuhörern sehr gut gefallen, wie der große Applaus zeigte.