Allentsteiger Wasserrettung erzählt von ihren Einsätzen. Versenkte Christbäume, Abschlepphilfe und ein Filmdreh: Zwei Kameraden der Allentsteiger Wasserrettung erzählen von ihren Einsätzen.

Von Markus Füxl. Erstellt am 01. August 2018 (08:08)
Markus Füxl
Schwimmkurse für Anfänger, Überwachung von Gewässern bei Veranstaltungen und Ausbildung von Rettungsschwimmern: Die Aufgaben der Wasserrettung Allentsteig sind zahlreich. Im Bild: Daniela Hahn, Johann Rauch, Alex Tauber, Gründungsmitglied Ewald Zeilinger, Obmann Reinhard Tauber, Petra Zeilinger und Patrik Tauber.

Sie haben alle Hände voll zu tun: Die Wasserrettung Allentsteig betreut als einer von insgesamt neun Abschnitten der NÖ Wasserrettung das gesamte Waldviertel. An einem heißen Sommertag besuchte die NÖN die ehrenamtlichen Retter.

Ewald Zeilinger ist ein Gründungsmitglied und war bei der Geburtsstunde der Wasserrettung in Allentsteig 1983 mit dabei. „Damals waren wir noch zu fünft“, erinnert er sich. Aktuell gibt es 37 aktive Wasserretter und rund 80 Mitglieder, die für Sicherheit im Wasser sorgen.

„Unsere Kernaufgabe ist es, Leuten das Schwimmen beizubringen“, erklärt Obmann Reinhard Tauber. Vergangenes Jahr bot der Abschnitt Allentsteig 1.286 Schwimmausbildungen an, davon 592 Anfängerkurse.

"Wir wollen aus jedem Nichtschwimmer einen Schwimmer machen und aus jedem Schwimmer einen Rettungsschwimmer."Ewald Zeilinger

„Auf diese Zahlen sind wir sehr stolz“, sagt Tauber. So liegt man damit gleich hinter der Zentrale der NÖ Wasserrettung in St. Pölten (1.657 Ausbildungen).

Neben Schwimm,- Tauch- und Erste Hilfe-Kursen stehen die Mitglieder auch für den Ernstfall bereit, zuletzt etwa bei der Suchaktion eines Vermissten am Stausee Ottenstein 2017, die NÖN hatte berichtet. „Der Stausee ist das schwierigste Tauchgewässer: Dort ist es kalt, tief und sehr dunkel. Nachdem unsere Taucher im Sommer jeden zweiten Tag dort sind, haben sie keine Probleme damit, sich in nahezu jedem Gewässer zurechtzufinden.“, erklärt Tauber.

Unterwasser-Uno und versenkte Christbäume

Neben Überwachungen von Veranstaltungen in Gewässern, wie etwa beim Waldviertler Eisenmann oder beim Filmdreh zu „Maximilian“ von Regisseur Andreas Prochaska am Stausee Ottenstein, leistet die nautische Abteilung der Wasserrettung auch manchmal „Abschlepphilfe“, so Tauber: „Wenn jemand mit dem Boot in Seenot gerät, ziehen wir ihn aus dem Wasser.“

Zu einer Tradition geworden ist das Versenken eines geschmückten Christbaums im Stausee Ottenstein, jedes Jahr im Dezember. „Damit gedenken wir den verstorbenen Kameraden, die im Wasser ihr Leben verloren haben“, erklärt Zeilinger.

Neben solchen Einsätzen bleibt aber auch Zeit für humorige Aktionen. So nahm die Wasserrettung Allentsteig 2013 mit sechs Tauchern an einem Weltrekordversuch im Unterwasser-Uno teil. Die Taucher spielten im Freibad Helfenberg bei Bad Leonfelden zwischen 22 und 24 Uhr und deckten damit zwei von den benötigten 50 Stunden ab.

Neben Überwachungsaufträgen finanziert sich die Wasserrettung aus den Einnahmen von Veranstaltungen. „Neben dem Zankerlschnapsen bieten wir mit unserer Baywatch-Party am 4. August auch etwas für Junge“, sagt Tauber.

privat
Bereits Tradition der Wasserrettung: Im Gedenken an verunglückte Tauchkameraden wird jedes Jahr im Dezember ein geschmückter Christbaum versenkt. Im Bild: Die Taucher Roland Kolm, Wolfgang Österreicher, Bernd Legner, Jutta Legner und Andreas Koller (vorne) sowie Franz Schröfl, Rene Hartner und Bernhard Trinko.

Neben der Party im Freibad Allentsteig mit Nachtschwimmen, Sangriabar und einem DJ, sei die Veranstaltung auch eine Möglichkeit, die Jugendlichen über die vielfältigen Tätigkeiten der Wasserrettung zu informieren, so der Obmann.

Unterstützung bekommt man dabei auch direkt aus der Gemeinde: „Wir können uns auf den Bürgermeister verlassen und haben ein gutes Miteinander mit der Feuerwehr und dem Roten Kreuz. Das ergänzt sich gut“, sagt Tauber.

Taucher haben ihre Ausrüstung immer dabei

Auch die Mitgliedsbeiträge tragen zum Fortbestand der Wasserrettung bei. „Wir arbeiten ehrenamtlich, das ist keine Selbstverständlichkeit. Die Tauchausrüstung kaufen sich die Mitglieder selbst. Sie haben sie immer im Pkw mit dabei“, erklärt Tauber. Weil die Mitglieder im ganzen Waldviertel verstreut sind, ist das auch ein Vorteil: „Die Taucher dürfen bei einer Alarmierung von der Arbeit wegfahren und sind gleich vor Ort“, sagt der Obmann.

Ewald Zeilinger bringt den Enthusiasmus der Kameraden auf den Punkt: „Du musst ein Fantast sein.“