FPÖ-Spitzenkandidat: „Waldviertler sind fleißig!“. Nationalratswahl: FPÖ-Spitzenkandidat Walter Rosenkranz sieht das Problem der Abwanderung in der Absiedelung von Institutionen und der fehlenden Waldviertel-Autobahn.

Von Karl Pröglhöf. Erstellt am 20. September 2017 (03:26)
NOEN, Stadler
FPÖ-Landesobmann Walter Rosenkranz aus Krems vertritt den Wahlkreis Waldviertel seit neun Jahren im Parlament. Dort war er auch in drei Untersuchungsausschüssen – zuletzt Eurofighter – tätig.

Der Kremser Jurist Walter Rosenkranz, Landesobmann der FPÖ, steht im Wahlkreis Waldviertel an der Spitze.

NÖN: Sie sind seit neun Jahren Abgeordneter des Waldviertels im Parlament. Was hat sich in dieser Zeit zum Positiven/Negativen verändert?

Walter Rosenkranz: In den neun Jahren ist es mir gelungen, einige Verbesserungen so anzustoßen, dass sich SPÖ/ ÖVP nicht mehr verschanzen konnten – zum Beispiel der Feuerwehrführerschein bis 5,5 Tonnen und die Gratis-Hepatitis-Impfung für Feuerwehren. Parlamentarisch hatte ich insgesamt drei Untersuchungsausschüsse zu bewerkstelligen. Als Vorsitzender des Unterrichtsausschusses war es möglich, den Druck so aufzubauen, dass das Gymnasium in der Langform gerettet scheint. Und ich wurde regelmäßig in der Wertung der „fleißigsten“ Abgeordneten ganz vorne gereiht ...

Welchen Beitrag konnten Sie zu den Verbesserungen leisten?

Rosenkranz: In der Opposition ist das unmittelbare Umsetzen von SPÖ/ ÖVP natürlich nicht vorgesehen – aber scharf kritisiert habe ich sie wohl ... Und ich habe Kremser Anliegen, die von anderen Parteien kamen (Wachzimmer in der Innenstadt seitens der SPÖ), beantragt, um zu erleben, dass sie von diesen Parteien abgelehnt wurden. Ich habe halt sehr oft den Spiegel vorhalten können.

Wie sehen Sie das Problem der Abwanderung?

Rosenkranz: Das Waldviertel leidet unter der Abwanderung – kein Wunder, wenn Institutionen sukzessive abgesiedelt werden.

Welche Infrastrukturmaßnahmen sind notwendig, um diesen Trend zu stoppen? Wie notwendig sind bessere oder neue Verkehrsverbindungen bei Straße und Schiene?

Rosenkranz: An sich sind Unternehmer bereit, ins Waldviertel zu gehen, weil es dort sehr, sehr fleißige Menschen gibt, die arbeiten wollen. Die Infrastruktur hält aber nicht mit. Die langjährige Umsetzung der Forderung nach einer Waldviertel-Autobahn für die notwendige Mobilität würde viel helfen! Viele Unternehmen im Waldviertel beklagen das Fehlen einer hochrangigen Straße.

Wo setzen Sie die Schwerpunkte im Wahlkampf?

Rosenkranz: Ich bin in ganz NÖ unterwegs, um die Wahlkampflinie der Bundespartei mit dem Motto „Fairness für die Österreicher“ zu vertreten.

Wie stark wird die FPÖ nach dem 15. Oktober auf Bundesebene sein?

Rosenkranz: Deutlich stärker als 2013! Jeder Platz ist möglich.

Sie werden auch Spitzenkandidat bei der Landtagswahl im Frühjahr 2018 sein und haben angekündigt, bei einem entsprechenden Ergebnis als Landesrat nach St. Pölten zu wechseln. Ist es den Wählern gegenüber fair zu sagen: „Gebt mir eure Stimme, aber in einem halben Jahr bin ich weg!“?

Rosenkranz: Die Stimme wird nicht mir, sondern der FPÖ gegeben. Ob im Bund oder im Land – ich mache überall freiheitliche Politik! Durch die vorgezogene Wahl habe ich als Landesparteiobmann die Verantwortung übernommen, mich auch jetzt an die Spitze der Wahlbewegung in NÖ zu stellen. Und immer klargestellt, dass ich in die Landespolitik gehen werde. Das ist keine Frage der Fairness, sondern der Ehrlichkeit.

Wer ist als Ihr Nachfolger im Hohen Haus vorgesehen?

Rosenkranz: Wer mir nachfolgt, wird vom Ergebnis abhängig sein. Ich kandidiere ja im Regionalwahlkreis und auf der Landesliste.