Windpark Sallingberg mit neuem Betreiber. Bisheriger Projektbetreiber in Sallingberg, Abensperg und Traun, verkauft an „Ecowind“ aus Kilb. Kleinere Anlagen geplant.

Von Markus Füxl. Erstellt am 01. März 2021 (18:57)
Wechsel beim geplanten Windpark in Sallingberg: „Ecowind“ aus Kilb ist neuer Eigentümer der Windenergie Sallingberg GmbH, die bisher Projektbetreiber war. Geschäftsführer Johann Janker möchte das Projekt mit den kleineren, bereits genehmigten Windrädern umsetzen.
digitalsports Fotografie/Marcella Wallner

Frischer Wind kommt in das Projekt „Windpark Sallingberg“: Der bisherige Projektbetreiber Benedikt Abensperg und Traun, beziehungsweise die Windenergie Sallingberg GmbH, setzt das Projekt nicht um, sondern wurde an die Firma „Ecowind“ aus Kilb, Bezirk Melk, verkauft. Dort hält man an den Plänen zum Bau fest.

„Es ändert sich daher nichts, ausgenommen, dass die Wind Energie Sallingberg GmbH nun einen neuen Eigentümer hat“, erklärt Abensperg und Traun schriftlich gegenüber der NÖN. Der neue Eigentümer habe „langjährige Erfahrung in der Umsetzung von Klimaschutzprojekten, die ich als Forstwirt nicht habe“, heißt es weiter.

Abensperg und Traun bezeichnet den geplanten Windpark Sallingbar als „Erfolgsgeschichte“ und sagt: „Die beiden betroffenen Gemeinden sowie die meisten Menschen aus der Region wollen dieses Projekt. Dass es auch einige Leute gibt, die gegen solche Projekte sind, ist vollkommen normal und zu erwarten. Das Verhalten der Gegner ist zwar unangenehm, hat aber für den Verkauf des Projektes keine ausschlaggebende Rolle gespielt.“

„Als ersten Schritt haben wir bereits den Antrag für die ‚große‘ Variante mit V150 bei den Behörden offiziell zurückgezogen.“ Der neue Projektbetreiber Johann Janker

Als Grund für den Verkauf gibt der bisherige Projektbetreiber an, das Projekt in die Hände des erfahrenen Teams der Ecowind legen zu wollen. Dort erklärt der Geschäftsführer Johann Janker: „Der Windpark in Sallingberg hat für uns sehr große Bedeutung, weil er gut und seriös geplant ist und auch ein sehr gutes Windpotenzial hat. Zusätzlich macht die Nähe zu unserem Firmenstandort in Kilb, es sind nur 65 Kilometer, den Standort auch sehr attraktiv für uns.“

Janker möchte den Windpark in seiner bereits genehmigten „kleinen“ Varianten mit den Anlagen V126 umsetzen. „Als ersten Schritt in unserer neuen Eigentümerschaft haben wir bereits den Antrag für die ‚große‘ Variante mit V150 bei den Behörden offiziell zurückgezogen“, erklärt Janker. Die große Variante mit einer Nabenhöhe von 169 Metern (V126 kommt auf 139 Metern) sorgte immer wieder für Ärger in der Bevölkerung, die NÖN berichtete ausführlich.

Als nächsten Schritt möchte sich Janker bei allen Projektbeteiligten, wie Gemeinde, Grundeigentümer und involvierte Firmen persönlich vorstellen und die weitere gemeinsam Vorgangsweise definieren: „Uns ist es sehr wichtig, so viel wie möglich regionale Wertschöpfung im Projekt zu haben und freuen uns über regionale Partnerschaften.“

Da „Ecowind“ große Erfahrung im Bau von Windparks habe, möchte man für Sallingberg die Detailplanung noch etwas überarbeiten und dann mit den örtlichen Firmen in Kontakt treten um gemeinsam den Bau umzusetzen, betont Janker. „Den genauen Umsetzungsplan kann ich leider jetzt noch nicht nennen.“

Schwarzstorch noch immer Thema

Zuletzt führten Gegner des Projekts den Schwarzstorch ins Treffen: Das Tier würde regelmäßig durch die Region ziehen. Vogelbeobachter Johann Berger aus Niedernondorf kritisiert im NÖN-Telefonat etwa die Errichtung eines Hochstandes, der die Tiere störe: „Die Betreiber haben immer verneint, dass es den Schwarzstorch hier gibt“, sagt er. Fotos würden das Gegenteil behaupten.

Darauf angesprochen verweist Martin Krill von der Planungsfirma Profes auf einen Hort, drei Kilometer vom geplanten Windpark entfernt: „Bisher hat man das Tier nur in Moniholz gefunden. Dort hat es ausreichend Nahrungsgründe.“