Wechsel in Arztpraxis in Arbesbach. Zahnärztin Alice Blufstein übernimmt in Arbesbach Vertrag von Vater Alexander.

Von Markus Füxl. Erstellt am 18. September 2020 (04:55)
Seit 2016 arbeitet Alice Blufstein in der Praxis von Zahnarzt und Vater Alexander Blufstein. Mit 1. Oktober übernimmt die 27-Jährige
Markus Füxl

Ein Generationenwechsel steht in der Zahnarztordination Blufstein bevor: Alexander Blufstein geht mit 1. Oktober in seinen Ruhestand, Tochter Alice übernimmt die Praxis und den Kassenvertrag.

Die 27-Jährige arbeitete bereits seit sie 15 Jahre alt war im Sommer bei ihrem Papa mit. 2016 schloss sie ihr Studium der Zahnmedizin ab, heuer absolvierte sie außerdem ein weiteres Doktoratsstudium. Nebenbei ist sie auf der Medizinischen Universität angestellt und unterrichtet dort. Neben Publikationen in medizinischen Fachzeitschriften erhielt sie den Austrian Dental Award sowie den Rudolf Slavicek-Preis und hielt international Vorträge, etwa in Amsterdam. „Ich bin froh, dass meine Tochter die Praxis übernimmt“, erzählt Papa Alexander im NÖN-Gespräch.

„Es gab fast jeden Tag eine Schlägerei. Auf mich warteten in der Früh immer drei bis fünf Patienten mit Kieferknochenbrüche.“ Zahnarzt Alexander Blufstein über seine Zeit in Russland

Der gebürtige Russe studierte in Moskau Medizin. Seine ersten Erfahrungen als Kieferchirurg sammelte er in Oranienburg im Uralgebiet: „Die Ortschaft galt als Einzugsgebiet für Sträflinge. Fast jeden Tag gab es eine Schlägerei. Auf mich warteten in der Früh immer drei bis fünf Patienten mit Kieferknochenbrüche“, sagt der 67-Jährige.

Hochzeitsreise nach Österreich

Später arbeitete er in Moskau als chirurgischer Zahnarzt und lernte dort seine Frau Elena kennen. Bei einem Besuch in Wien fassten die beiden den Entschluss, nach Österreich zu ziehen: „Das war quasi unsere Hochzeitsreise. Wir sind mit zwei Koffern nach Wien gegangen“, erzählt der Mediziner. Weil seine Ausbildung in Österreich nicht anerkannt wurde, musste Blufstein sein Studium als Humanmediziner erneut durchlaufen.

Mit offenen Armen empfangen

Seit 1997 führte Blufstein die Praxis in Arbesbach. „Ich hatte Angst davor, wie ich in der Gemeinde aufgenommen werde. Vor allem die sprachlichen Barrieren und der Dialekt machte mir Sorgen.“ Die Gemeinde empfing den gebürtigen Russen aber mit offenen Armen. 2017 wurde Blufstein schließlich der Titel Medizinalrat verliehen. Bei der Ausstattung hat sich seit 1997 einiges getan. So startete der Mediziner mit zwei Behandlungsräumen, mittlerweile sind es vier. 2019 gab es den letzten großen Umbau.

Patienten wollen schon jetzt zur „Frau Doktor“

Seit 2016 arbeitet Tochter Alice als Vertretungs- und Wahlzahnärztin in der Ordination. Papa Alexander sagt lachend: „Für die Patienten ist damit der Übergang leichter. Viele wollen schon jetzt nicht mehr zum alten Mann, sondern wollen sich von der jungen Frau Doktor behandeln lassen.“

Für die Patienten ändert sich mit dem Generationenwechsel nicht viel: „Papa ist extrem beliebt. Ich möchte alles so weiterführen, wie bisher“, erklärt die 27-Jährige. Zusätzlich möchte sie die Ordination weiter spezialisieren. Mit Alice Blufstein wird ihr Verlobter und Zahnarzt Rinet Dauti in der Ordination stehen. Dauti spezialisierte sich bei einer Ausbildung in Deutschland auf das Feld der Wurzelbehandlung.

Mit 1. Oktober geht auch Elena Blufstein in Pension. Sie unterstützte Gatten Alexander als Zahnarztassistentin. Was die beiden in ihrer freien Zeit vorhaben? „Unser gemeinsames Hobby ist das Segeln, unsere Lieblingsdestination ist Kroatien. Dafür werden wir jetzt mehr Zeit haben“, sagt Alexander Blufstein.