Weltneuheit im Spital Zwettl: Disney soll Angst nehmen. Ab April können Patienten bei MRT-Untersuchungen im Zwettler Landesklinikum Filme schauen.

Von Markus Füxl. Erstellt am 26. Februar 2020 (06:03)
So wird das neue „Komfort-System“ aussehen: Die Patienten blicken auf einen Videoschirm, über die Kopfschale wird der Schall übertragen.
Siemens Healthineer

Eine Weltneuheit kommt ins Zwettler Krankenhaus: Am 6. April soll ein „Komfort-System“ bei der Magnetresonanztomographie (MRT) in Betrieb gehen.

Radiologe Alexander Rainer freut sich, mit dem neuen System vielen Patienten das ungute Gefühl während der MRT-Untersuchung zu nehmen.
F: Füxl

Bisher konnten Patienten über Kopfhörer Musik hören. Das soll weiterhin möglich sein, allerdings mit einer Verbesserung: Über eine Kopfschale wird der Schall über das Felsenbein des Kopfes übertragen. Eine Neuheit ist ein Videoschirm, über den kurze Filme eingespielt werden. „Ich habe es bereits selbst getestet, es ist erstaunlich“, erklärt Radiologe Alexander Rainer.

Der Grund für das neue System: „Viele Patienten bekommen Platzangst und haben ein ungutes Gefühl bei der Untersuchung.“ Manche Patienten brauchen sogar eine Narkose, bevor sie in die Röhre fahren. „Wir hoffen, mit dem neuen System dem Großteil unserer Patienten die Untersuchung erträglicher zu machen“, sagt Rainer.

Die Untersuchungsdauer kann von ein paar Minuten bis zu einer Stunde dauern. Für Kinder können dabei Disney-Filme gezeigt werden. Außerdem sind Landschaftsaufnahmen eingespeichert. „Bei der Musik können wir dann eine breite Palette anbieten. Theoretisch können wir auch selber einspielen, was sich der Patient wünscht. Wir müssen uns aber auch selber erst an das neue System gewöhnen“, sagt Rainer.

Alte Röhre bereits 2019 ausgetauscht

Etwa 6.000 MRT-Untersuchungen führt das 18-köpfige Team im Zwettler Krankenhaus jedes Jahr durch. Meistens kommt es bei Gefäß-Untersuchungen zum Einsatz. Das neue „Komfort-System“ ist nicht die erste größere Investition: Bereits im November wurde die etwa zehn Jahre alte Röhre mit einer neuen ausgetauscht. Drei Wochen dauerten die Umbauarbeiten: „Wir mussten kurzfristig eine ganze Wand entfernen, um den zwei Tonnen schweren Magnet nach draußen zu transportieren“, sagt Rainer.

Gemeinsam mit dem neuen „Komfort-System“ investierte man etwa eine Million Euro. Im März wird neue Software eingespielt: „Wir sind dann am neuesten Stand der Technik“, freut sich Rainer. Der Vorteil: „Wir können unsere Sequenzen verbessern, die Untersuchung wird schneller und wir bekommen bessere Bildqualitäten. Mittlerweile können wir den Körper von den Zehenspitzen bis zum Gehirn komplett abbilden“, erklärt der Radiologe.